Im Prozess um die millionenschweren Gold- und Silberdiebstähle beim Hamburger Kupferhersteller Aurubis hat das Landgericht fünf der sechs Angeklagten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Nur ein Angeklagter (50) erhielt als Helfer eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. «Sie haben in unterschiedlicher Zusammensetzung gestohlen und gehehlt», sagte der Vorsitzende der Großen Strafkammer, Nils Godendorff, am Freitag in Richtung der Angeklagten. Fünf Männer zwischen 33 und 47 Jahren erhielten Freiheitsstrafen zwischen drei Jahren sowie fünf Jahren und zehn Monaten wegen schweren Bandendiebstahls oder gewerbsmäßiger Hehlerei.
Das gestohlene Material soll nach Meinung der Kammer knapp 5000 Kilogramm schwer gewesen sein. Hätte Aurubis es verkauft, wird der Wert auf rund zehn Millionen Euro geschätzt. Die Beute sollen die Täter an bislang unbekannte Abnehmer veräußert haben. Ein Großteil des Diebesgutes sei zur Analyse und weiteren Verwendung an Metall verarbeitende Betriebe in der türkischen Metropole Istanbul versandt worden, lautete die Anklage. Zur internen Kommunikation benutzten die sechs Männer sogenannte Kryptohandys. Die Angeklagten waren zum Teil wegen kleinerer Delikte vorbestraft. Sie alle machten im Prozess eine Aussage, in der sie die Taten teilweise einräumten.