Nach coronabedingtem Einbruch nehmen die Treffer bei den Sicherheitskontrollen am Einlass der rund 50 sächsischen Gerichte und Staatsanwaltschaften wieder zu. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 20.509 gefährliche und womöglich als Waffe nutzbare Alltagsgegenstände entdeckt. Das entspricht einem Plus von fast 2.900 gegenüber 2022 und rund 6.900 gegenüber 2021. Der in der Pandemie eingeschränkte Besucherverkehr hatte die Jahresbilanz ab 2020 halbiert, 2021 lag sie bei nicht mal einem Drittel der Vor-Corona-Zeit.
Verschärfung der Kontrollen nach Mord im Gerichtssaal
Der Freistaat hatte nach dem gewaltsamen Tod einer Zeugin 2009 im Dresdner Landgericht mehrere Millionen Euro in die Sicherheit der Gerichte investiert und auch die Zugangskontrollen verstärkt - inklusive mobiler Handsonden, Schleusen und mehr Personal. Die Ägypterin Marwa El-Sherbini war bei einer Berufungsverhandlung vom Angeklagten aus Fremdenhass erstochen worden.
Die Bluttat hatte bundesweit Entsetzen, Proteste in der islamischen Welt und eine Debatte über Sicherheit an Gerichten ausgelöst. An Landgerichten und Justizzentren wird seitdem ständig kontrolliert, an kleineren Amtsgerichten sporadisch, auch mit Metalldetektoren. Die Sicherheitskonzeption für Gerichte und Staatsanwaltschaften wurde überarbeitet und erweitert, der Justizwachtmeisterdienst personell verstärkt und besser ausgestattet.
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