Bei den Datenschutzpannen hat es im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand in Sachsen gegeben. 949 Datenschutzverletzungen wurden 2023 gemeldet, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus dem aktuellen Tätigkeitsbericht der sächsischen Datenschutzbeauftragten Juliana Hundert hervorgeht, den sie am Mittwoch dem sächsischen Landtag übergab. Der bisherige Höchststand von 2021 mit 923 Vorfällen wurde damit übertroffen. Verantwortliche sind verpflichtet, Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten möglichst binnen 72 Stunden nach Bekanntwerden der Aufsichtsbehörde zu melden.
«Tatsächlich sind die Fälle sehr, sehr bunt», sagte Hundert bei der Übergabe. Ein Klassiker sei der offene E-Mail-Verteiler, wenn also beispielsweise ein Verein oder eine Schule eine E-Mail an einen größeren Empfängerkreis versendet und dabei die Adressen der Empfänger für alle sichtbar sind. In Krankenhäusern oder Arztpraxen komme es häufig vor, dass Befunde vertauscht und an die falsche Person versendet werden. Viele Meldungen betreffen laut Hundert auch Einbruch und Diebstahl. Immer wieder komme es vor, dass in Kindergärten Kameras oder Speichersticks mit Fotos von Kindern entwendet würden. Hinzu komme eine Reihe von Cyberangriffen, etwa durch Ransomware, die durch das Anklicken von Links in E-Mails heruntergeladen wurde.