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Tierpark Görlitz warnt: Mähroboter töten Igel

Verletzter Igel
Symbolbild pixabay distelAPPArath
Von: Uwe Tschirner
Weil immer mehr Mähroboter nachts eingesetzt werden, steigt die Zahl schwer verletzter Igel dramatisch – der Tierpark Görlitz appelliert an Gartenbesitzer, ihre Geräte tagsüber zu nutzen.

Der Tierpark Görlitz schlägt Alarm: Die Wildtierauffangstation erhält immer häufiger schwer verletzte Igel, deren Verstümmelungen typisch für Mähroboter sind. Manuela Kleemann, verantwortliche Mitarbeiterin der Auffangstation, zeigt sich betroffen, weil viele Tiere nur noch eingeschläfert werden können. Die grauenvollen Verletzungen stehen vermutlich im Zusammenhang mit den jährlich um zwölf Prozent steigenden Absatzzahlen von Mährobotern, so eine Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung aus dem Jahr 2022.

Im Gegensatz zu anderen Tieren flüchten Igel bei Gefahr nicht, sondern rollen sich ein und vertrauen auf ihr Stachelkleid – eine Strategie, die bei Mährobotern nicht funktioniert. Besonders kritisch ist, dass viele Mähroboter auf nächtliches Mähen programmiert sind, während die nachtaktiven Igel genau zu dieser Zeit auf Nahrungssuche gehen. Der Tierpark Görlitz empfiehlt daher ein angepasstes Mähmanagement: Mähen tagsüber statt nachts und Auslassen der Bereiche unter Büschen und Sträuchern, wo Igel ihren Tagschlaf halten.

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Schon beim Kauf eines Mähroboters macht ein Qualitätsunterschied einen großen Unterschied für den Tierschutz. Hochwertige Geräte schaffen ihre Mähleistung am Tag, während minderwertige Modelle oft rund um die Uhr arbeiten müssen. Eine gute Beratung vor dem Kauf bezüglich Mähleistung und Programmierbarkeit kann viel Tierleid vermeiden. Gartenbesitzer können mit diesen einfachen Maßnahmen aktiv dazu beitragen, die stacheligen Tiere vor qualvollen Verletzungen zu schützen.

Uwe Tschirner
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Uwe Tschirner

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