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Neue Beratungsstelle für seelische Gesundheit in Zittau eröffnet

Neue Beratungsstelle für seelische Gesundheit in Zittau eröffnet
Gemeinsamer Besuch der Beratungsstelle für seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Zittau / Foto: Sächsisches Krankenhaus Großschweidnitz
Von: Uwe Tschirner
In Zittau gibt es seit April eine neue Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Familien mit psychischen Belastungen. Die Beratungsstelle soll Versorgungslücken im Landkreis Görlitz frühzeitig schließen.

Neue Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche im Landkreis Görlitz

Seit April 2026 ist in Zittau die Beratungsstelle Seelische Gesundheit für Kinder und Jugendliche geöffnet. Sie richtet sich an Kinder, Jugendliche und Familien im Landkreis Görlitz, die erste psychische Auffälligkeiten oder seelische Belastungen bemerken. Ziel des Angebots ist es, frühzeitig Hilfe zu leisten, bevor sich Probleme verfestigen und eine intensivere Behandlung notwendig wird.

Die neue Einrichtung ist Teil eines Folgeprojekts zur Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten und Störungen in einer ländlich geprägten Region. Sie soll die Lücke zwischen ersten Auffälligkeiten und der klinischen Diagnostik sowie Behandlung schließen.

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Politik und Partner betonen die Bedeutung früher Hilfe

Bei einem Besuch in Zittau würdigte Staatssekretärin Dagmar Neukirch die neue Beratungsstelle als wichtigen Schritt für die regionale Versorgung. Sie betonte, dass seelische Gesundheit das Fundament einer starken Gesellschaft sei und Kinder sowie Jugendliche verlässliche Strukturen brauchen, die Halt geben, bevor Krisen entstehen.

Auch die beteiligten Einrichtungen sehen in dem Projekt einen wichtigen Beitrag. Die Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Sächsischen Krankenhaus Großschweidnitz, Dr. Anja Hartmann, sprach von einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe. Das Angebot solle die Arbeit aller Beteiligten unterstützen und eine frühzeitige Versorgung ermöglichen. Janko Haft vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden verwies darauf, dass moderne Konzepte nötig seien, um die Gesundheitsversorgung in der Region zu sichern. Johannes Klaus von der Carus Consilium Sachsen GmbH hob hervor, dass gemeinsam tragfähige Strukturen geschaffen werden, die Familien Orientierung und Hilfe bieten.

So funktioniert die Beratungsstelle in Zittau

Die Beratungsstelle ist bewusst niedrigschwellig angelegt. Familien können telefonisch einen Termin vereinbaren, ein Überweisungsschein ist nicht erforderlich. Die Beratung ist kostenfrei. Damit soll der Zugang möglichst einfach sein, auch für Menschen, die sich erstmals mit seelischen Problemen ihrer Kinder und Jugendlichen auseinandersetzen.

Zum Angebot gehören ein Screening und eine diagnostische Ersteinschätzung, fachliche Beratung für Kinder, Jugendliche und Familien sowie Empfehlungen für weiterführende Hilfen. Außerdem arbeitet das Team eng mit Schulen, Jugendhilfe, medizinischen Einrichtungen und weiteren regionalen Akteuren zusammen. Auch Fachkräfte können sich fallbezogen beraten lassen. Das Team besteht aus einer Psychologin, einer Sozialpädagogin und einer medizinischen Fachkraft.

Versorgungslücken in frühen Phasen schließen

Die neue Beratungsstelle setzt an einer bekannten Schwachstelle des Hilfesystems an. Gerade bei frühen emotionalen oder sozialen Auffälligkeiten erhalten Familien oft erst spät Unterstützung. Häufig dauert es, bis spezialisierte Angebote verfügbar sind oder Symptome sich bereits verfestigt haben. Genau hier soll die Einrichtung als Steuerungs- und Filterstelle wirken und Betroffene gezielt in passende Hilfen vermitteln.

Das Vorhaben geht auf ein Pilotprojekt aus dem Jahr 2024 zurück. Damals zeigte sich, dass in der Region erhebliche Versorgungslücken bestehen. Auf Basis dieser Ergebnisse wird nun die regionale Netzwerkstelle weiter ausgebaut, damit medizinische, pädagogische und psychosoziale Fachkräfte enger zusammenarbeiten können. Die Umsetzung des Folgeprojekts ist bis Ende 2026 geplant.

Wissenschaftliche Begleitung und Finanzierung

Das Projekt wird gemeinschaftlich vom Sächsischen Krankenhaus Großschweidnitz, dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, dem Landkreis Görlitz und der Carus Consilium Sachsen GmbH umgesetzt. Finanziert wird es durch das Sozialministerium des Freistaates Sachsen. Für das Jahr 2026 stehen dafür 265.000 Euro bereit.

Begleitet und evaluiert wird das Vorhaben vom Bereich Psychosoziale Medizin und Entwicklungsneurowissenschaften des Universitätsklinikums Dresden. Untersucht werden sowohl die Nutzung der Beratungsstelle als auch ihre Wirkung. Die Ergebnisse sollen helfen, das Konzept weiterzuentwickeln und gegebenenfalls auf andere ländliche Regionen zu übertragen.

Perspektive für eine stabilere regionalen Versorgung

Mit der Beratungsstelle in Zittau entsteht ein Angebot, das Familien im Landkreis Görlitz frühzeitig entlasten kann. Gleichzeitig stärkt das Projekt die Zusammenarbeit zwischen Gesundheitswesen, Jugendhilfe und Schule. Ob sich das Modell langfristig bewährt, soll die wissenschaftliche Auswertung zeigen. Schon jetzt gilt die neue Einrichtung jedoch als wichtiger Schritt hin zu einer wohnortnahen und kindzentrierten Versorgung.

Uwe Tschirner
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Uwe Tschirner

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