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Beschulung Görlitzer Kinder in Zgorzelec: Absichtserklärung unterzeichnet

Grenzstadt
Symbolbild pixabay kieurope
Von: Uwe Tschirner
Bei der gemeinsamen Stadtratssitzung von Görlitz und Zgorzelec wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist eine mögliche Beschulung Görlitzer Kinder in Zgorzelec.

In einer gemeinsamen Stadtratssitzung der Städte Görlitz und Zgorzelec am Dienstag wurde eine Absichtserklärung zur Vereinbarung über die Beschulung Görlitzer Kinder in Zgorzelec unterzeichnet. Wie die Stadt Görlitz mitteilte, solle die Vereinbarung Görlitzer Schülerinnen und Schülern den Besuch einer Schule auf polnischer Seite erleichtern. Ziel sei es, die Europastadt auch im Bildungsbereich enger zusammenzuführen und Kindern früh interkulturelle Erfahrungen zu ermöglichen.

Die Vereinbarung regelt den Ablauf und sieht vor, dass Eltern sich vor der Anmeldung zunächst beraten lassen – je nach Fall entweder an einer Görlitzer Grundschule oder beim Landesamt für Schule und Bildung in Bautzen. Das Verfahren sehe außerdem vor, dass eine Ausnahmegenehmigung erforderlich werde, da die Schulpflicht in Sachsen weiterhin gilt, und diese Ausnahmegenehmigung in der Regel befristet erteilt werde. Die Entscheidung über die Aufnahme treffe die jeweilige Schule in Zgorzelec. Gleichzeitig müssten Eltern jedes Jahr nachweisen, dass ihr Kind dort tatsächlich zur Schule geht, damit die deutsche Schulpflicht erfüllt werde.

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Die Stadt Görlitz sichert zu, Familien in diesem Verfahren zu unterstützen, und beide Städte wollen die Umsetzung der Vereinbarung regelmäßig gemeinsam auswerten und weiterentwickeln. Mit dieser Regelung schaffe Görlitz zusammen mit Zgorzelec eine verlässliche Grundlage für grenzüberschreitende Bildungswege und stärkt die Europastadt im Alltag ihrer jüngsten Bürgerinnen und Bürger. Oberbürgermeister Octavian Ursu habe erklärt, dies sei ein wichtiges Zeichen, das weit über die bloße Verwaltung von Schulplätzen hinausgehe. Die Zusammenarbeit solle dazu beitragen, Lernwege zu öffnen, Vorurteile abzubauen und Familien Planungssicherheit zu geben.

Experten betonten, dass grenzüberschreitende Beschulung neue Lernkulturen ermögliche und die Sprachenvielfalt der Region stärker sichtbar mache. Beobachter sehen in dem Schritt auch einen Beitrag zur Integration der Görlitzer Kinder in die polnische Schulsystemlandschaft, während Deutschland die Schulpflicht nicht aufhebe. Die Stadt Görlitz verweist darauf, dass das Verfahren transparent bleibe und alle relevanten Akteure regelmäßig über Fortschritte informiert würden. Erwartet werde eine erste gemeinsame Auswertung in den kommenden Monaten, danach solle die Vereinbarung dauerhaft weiterentwickelt werden, um schulische Übergänge besser zu organisieren und zu begleiten.

Uwe Tschirner
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Uwe Tschirner

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