In Sachsen nimmt die Zahl der Organspender und die der -transplantationen wieder zu. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) haben im vergangenen Jahr landesweit 66 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe zur Verfügung gestellt und damit fünf mehr als 2022. Mit 16,1 lag die Zahl der Organspender pro eine Million Einwohner weiterhin deutlich über dem Bundesschnitt von 11,4. Ende April warteten 372 Menschen auf eine Transplantation, die in vielen Fällen lebensrettend ist.
Die Sächsische Landesärztekammer erneuerte zum diesjährigen Tag der Organspende (1. Juni) ihre Forderung nach Einführung einer Widerspruchslösung. «Wir müssen stärker über das Thema Organspende aufklären, damit noch mehr Menschen aktiv eine Entscheidung treffen und schriftlich festhalten», sagte Präsident Erik Bodendieck unter Verweis auf die trotz aller Bemühungen rückläufigen Spenderzahlen. Dabei stünden laut Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 84 Prozent dem Thema Organ- und Gewebespende positiv gegenüber - aber nur 44 Prozent hätten ihre Entscheidung dafür schriftlich festgehalten.