Sachsen will die finanzielle Durststrecke der Krankenhäuser bis zum Inkrafttreten der bundesweiten Krankenhausreform mit einem Zuschuss von 20 Millionen Euro überbrücken. Das entschied das Kabinett am Dienstag in Dresden. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) verwies auf die schwierige wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser. Sie sähen sich nicht nur mit gestiegenen Energiepreisen und Tariferhöhungen beim Personal konfrontiert. Auch die rückläufige Fallzahl von Behandlungen mache sich bemerkbar. Die ausstehende Krankenhausreform des Bundes werde die Häuser frühestens 2025 wirtschaftlich stärken. Eine zusätzliche Pauschalförderung solle die Situation bis dahin stabilisieren.
«Auch wenn unsere Krankenhauslandschaft gut aufgestellt ist, haben unsere Kliniken zwei schwierige Jahre mit massiven Kostensteigerungen hinter sich. Diese werden weder nach dem jetzigen Finanzierungssystem des Bundes noch nach der jetzt geplanten Krankenhausreform ausreichend refinanziert», stellte Köpping klar. Für die Betriebskosten - die von den Krankenkassen bezahlt werden - habe der Bund die Zuständigkeit. Als Land könne man aber bei den Investitionskosten helfen. Mit dem jetzigen Zuschuss steige die Pauschalförderung in diesem Jahr auf 95 Millionen Euro. Damit würden Liquidität und Bonität der Krankenhäuser zeitnah verbessert.