Der Gastkommentar von André Langerfeld, ehemaliger Direktkandidat der Freien Wähler in Meißen, auf dieser zur Situation in Riesa während des AfD-Parteitags wirft Fragen nach journalistischer Verantwortung und der Rolle von Meinungsbeiträgen auf. Mit einer Rhetorik, die Protestierende pauschal kriminalisiert und die Realität verzerrt, trägt der Text eher zur Spaltung als zu einer fundierten Auseinandersetzung bei. Eine kritische Einordnung ist dringend nötig.
2. Die Konstruktion eines „Kampfgebiets“
Langerfelds Beschreibung von Riesa als „Kampfgebiet“ ist eine klare Verzerrung der Realität. Der Gastkommentar bedient sich emotional aufgeladener Begriffe, die bewusst ein Bild von Chaos und Gewalt erzeugen sollen. Tatsächlich zeichnete sich der Protest durch eine klare, gewaltfreie Ausrichtung aus. Unterschiedlichste Gruppierungen einigten sich auf den Konsens, dass von den Demonstrierenden keine Eskalation ausgeht. Dieser Konsens wurde durch vorbereitende Trainings gestützt, in denen das Aushalten von Gewalt – etwa durch Polizeieinsätze – geübt wurde, um selbst friedlich zu bleiben.
Die Protestformen, vor allem Sitzblockaden, waren explizit auf Deeskalation ausgerichtet. Selbst potenziell harmlose Gegenstände wie Scheren aus Sani-Sets wurden entfernt, um jedes Missverständnis zu vermeiden. Die Darstellung von Riesa als „Kampfgebiet“ entbehrt daher jeglicher faktischer Grundlage und dient offensichtlich dazu, legitimen Protest zu delegitimieren.