Dresden. Was darf Familie heute alles sein? Und wie lebte es sich queer in einem Staat, der genau das bestrafte? Im Juni stellt Dresden beide Fragen – an zwei Abenden, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Den Anfang macht am Montag, 1. Juni, um 18 Uhr eine Podiumsrunde im Saal des riesa efau (Runde Ecke) in der Wachsbleichstraße 4A. Es geht um den Alltag von Regenbogenfamilien: woran sie bei Behörden und im Familienrecht noch hängenbleiben - und was ein Blick über die Grenze verrät. Auf dem Podium sitzen die Vereinsleiterin Constanze Körner, die Rechtsanwältin Juli Heinicke und der Künstler Mooooon, moderiert wird der Abend von der Autorin und Mutter Lisa Bendiek.
Persönlicher wird der zweite Abend. Beim Erzählcafé „Queeres Leben in der DDR" am Montag, 29. Juni, um 17 Uhr in der Gedenkstätte Bautzner Straße erzählen Menschen, die es selbst durchlebt haben. Einer von ihnen ist Hans-Jürgen Barth: 1977 kam er nach seinem Outing wegen „staatsfeindlicher Hetze" in politische Haft, ein Jahr später kaufte ihn die Bundesrepublik frei. Neben ihm sitzen die Zeitzeugin Samirah Kenawi und der Kulturwissenschaftler Bob Sieber. Wer mag, bringe seine eigene Geschichte mit - die Runde ist bewusst offen gehalten.