Dresden. Es ist Dienstagvormittag kurz nach halb zehn am Dresdner Hauptbahnhof, die Sonne brennt schon mit 30 Grad auf den Vorplatz. In einem schwarzen Auto, mitten im Licht, entdecken Mitarbeiter der städtischen Polizeibehörde einen Hund. Die hinteren Scheiben stehen nur einen Spalt offen - viel zu wenig, als dass Luft zirkulieren könnte. Der Pudelmischling wirkt bereits matt.
Die Mitarbeiter alarmieren die Bundespolizei. Als die Streife eintrifft, zeigt das Tier erste Anzeichen einer Dehydrierung. Vom Halter fehlt jede Spur – also lassen die Beamten einen Aufruf über die Lautsprecher des Bahnhofs laufen.
Der Appell wirkt: Gegen 09:40 Uhr taucht ein 53-jähriger Mann auf und öffnet sofort das Fahrzeug. Der geschwächte Hund kommt ins Freie. Wie sich zeigt, gehört der Pudelmischling gar nicht ihm - er hatte das Tier nur kurz übernommen, während er einen Termin wahrnahm, und die sommerliche Hitze unterschätzt.
Folgenlos bleibt der Vormittag für ihn nicht: Die Bundespolizei leitete ein Ordnungswidrigkeitenverfahren nach dem Tierschutzgesetz ein.