Dresden. Selbsthilfegruppen in Dresden gibt es für viele Lebenslagen. Aber zwei neue Angebote, die die städtische Kontakt- und Informationsstelle KISS gerade aus der Taufe hebt, stechen selbst aus diesem bunten Spektrum heraus – weil sie Themen ansprechen, über die kaum jemand offen redet.
Kein Familientreffen, keine Enkelkinder – und trotzdem okay
Die erste Gruppe nennt sich schlicht „Leben ohne Familie" und richtet sich an Menschen, die keinen familiären Kontakt haben – ob gewollt oder nicht. Also: keine Eltern, keine Geschwister, keine Kinder, mit denen man Weihnachten verbringt oder die mal anrufen, wenn man krank ist.
Das klingt nach einer Randgruppe? Weit gefehlt. Ob durch Estrangement, Tod, Kinderlosigkeit oder schlicht andere Lebensumstände – viele Menschen in Dresden führen ihr Leben fernab klassischer Familienstrukturen. Und das ist völlig legitim. Trotzdem kann es wehtun, wenn Kollegen am Montag von Sonntagsbraten und Enkeltricks schwärmen.
Genau für solche Momente soll die Gruppe ein Raum sein: kein Mitleid, kein „Hast du denn gar niemanden?", sondern ehrlicher Austausch mit Menschen, die das kennen. Erstes Treffen: Sonnabend, 13. Juni 2026, 10 Uhr, Stadtforum Dresden, Beratungsraum 1-016, Waisenhausstraße 14.