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Wilde 80er & Wendejahre: Wie eine Frau Dresdens Kunstszene aufmischte

Nahaufnahme von Claudia Reichardt („Wanda“) von der Seite mit rotem Lippenstift und Cateye-Sonnenbrille. Im rechten Glas spiegelt sich die hellweiße Fassade des Festspielhauses Hellerau mit seinen dunklen Säulen unter blauem Himmel.
Blick auf die Kunstszene: Claudia Reichardt („Wanda“) mit der Spiegelung des Festspielhaus Hellerau in der Sonnenbrille. Das Stadtarchiv Dresden widmet der Kunstvermittlerin ab 8. September eine Ausstellung in Dresden. Foto: Jacqueline Merz
Von: Dresden News
Zwischen DDR-Spätzeit und Umbruch: Ein außergewöhnlich vollständiger Nachlass zeigt das Dresdner Kulturleben aus einer ganz neuen, persönlichen Perspektive.

Dresden. Das Stadtarchiv Dresden zeigt ab dem 8. September 2026 eine Ausstellung über das Leben der Dresdner Kunstvermittlerin Claudia Reichardt. Unter dem Namen „Wanda“ prägte sie über Jahre die Kultur- und Galerieszene der Stadt. Die Schau basiert auf ihrem aufgearbeiteten Nachlass und beleuchtet den Dresdner Kunstbetrieb der 1980er- und 1990er-Jahre.

Blick auf die Kunstszene der Umbruchzeit

Claudia Reichardt starb im August 2021. Zwei Jahre später übernahm das Stadtarchiv Dresden ihren Nachlass. Die Auswertung der Dokumente und Objekte mündete in die Ausstellung „WANDA, VILLA UND DER WANDEL“. Die Schau zeichnet den Weg der Galeristin nach und dokumentiert die Veränderungen der Dresdner Kunstszene während der späten DDR-Zeit und den Wendejahren.

Kurator Manfred Wiemer versteht das Projekt als Betrachtung eines außergewöhnlichen Lebens und als Gratwanderung zwischen der öffentlichen Persönlichkeit Wanda und dem privaten Menschen Claudia Reichardt. Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch betont den historischen Wert der Sammlungsstücke. Der Nachlass mache die Dresdner Stadtgeschichte und den politischen Umbruch aus einem künstlerischen und persönlichen Blickwinkel erlebbar.

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Für Stadtarchivdirektor Thomas Kübler ist die Vollständigkeit des Materials eine Seltenheit. Die Fülle der Exponate gebe nicht nur biografische Einblicke, sondern spiegele Dresden in einer Phase der Transformation wider. Gefördert wird die Schau von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Die offizielle Eröffnung findet am Montag, 7. September 2026, um 18 Uhr im Stadtarchiv an der Elisabeth-Boer-Straße 1 statt. Neben Kulturbürgermeisterin Klepsch sprechen Stadtarchivdirektor Kübler, Kurator Wiemer und Manuel Frey, Stiftungsdirektor der sächsischen Kulturstiftung.

Ab Dienstag, 8. September, ist die Ausstellung für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Eintritt ist frei. Das Stadtarchiv öffnet montags und mittwochs von 9 bis 16 Uhr, dienstags und donnerstags von 9 bis 17 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr. Die Schau läuft bis zum 29. Januar 2027. Vom 15. bis 22. September macht zudem ein digitales Plakat im Dresdner Stadtgebiet auf das Projekt aufmerksam.

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