Dresden. Dresden ist ein Verkehrsknotenpunkt, der niemals schläft - und für die Bundespolizei wurde der Hauptbahnhof am vergangenen Wochenende zum Schauplatz eines Einsatzmarathons. Es begann mit einer Serie von Fahndungserfolgen in der Bahnhofshalle: Innerhalb weniger Stunden klickten bei drei Männern die Handschellen. Ob Diebstahl oder Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz - für einen 32-jährigen Esten und zwei Deutsche im Alter von 24 und 38 Jahren endete der Aufenthalt im Bahnhof direkt in der Justizvollzugsanstalt Dresden, da sie ihre offenen Geldstrafen nicht begleichen konnten.
Doch die Bilanz des Wochenendes wird von einer Eskalation am Wiener Platz überschattet. Gegen 20:15 Uhr beobachtete ein 27-jähriger Mann eine Gruppe, die wahllos Passanten anpöbelte. Er bewies Zivilcourage und zückte sein Mobiltelefon, um die Szenerie zu dokumentieren - eine Entscheidung mit fatalen Folgen. Die Gruppe ging sofort mit einer Glasflasche auf ihn los und verletzte ihn schwer im Gesicht.
Die Gewaltspirale drehte sich in den folgenden Minuten weiter: Fast zeitgleich retteten sich zwei weitere Männer mit teils schweren Stichverletzungen in die Obhut der Polizeistreifen im Bahnhof. Während die Beamten erste Hilfe leisteten und die Verletzten in Krankenhäuser gebracht wurden, begann eine großangelegte Fahndung. Ein 20-jähriger Tatverdächtiger konnte noch am Tatort überwältigt werden, ein 16-jähriger Komplize wurde nach kurzer Flucht auf der Prager Straße gefasst. Ein dritter Beteiligter ist derzeit noch flüchtig; die Ermittlungen der Landespolizei Sachsen laufen auf Hochtouren.