Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Dresden News

Warnstreik trübt VVO-Entdeckertag – aber Züge und Bahnen fahren

Warnstreik trübt VVO-Entdeckertag – aber Züge und Bahnen fahren
Wer zum VVO-Entdeckertag auf die S-Bahn setzt, wird nicht vom Warnstreik beeinträchtigt. Foto: Neumann/VVO
Von: Dresden News
Die Gewerkschaft Ver.di legt Regionalbuslinien, Fähren und die Kirnitzschtalbahn lahm. Familien können den Ausflugstag trotzdem nutzen – wenn sie auf die Schiene umsteigen.

Der VVO-Entdeckertag am 10. April fällt in diesem Jahr mit einem handfesten Warnstreik zusammen. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten der Dresdner Verkehrsservicegesellschaft (DVS), der Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge GmbH (RVSOE) und der Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM) vom 9. April, 3 Uhr, bis zum 11. April 2026, 3 Uhr, zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Wer am Freitag mit der Familie auf Entdeckertour gehen will, muss seine Planung anpassen – denn viele Busse bleiben im Depot und Fähren vor Anker.

Mehr aus dieser Kategorie

Was fährt – und was nicht

Die gute Nachricht zuerst: Züge, S-Bahnen und alle Dresdner Straßenbahnen sind vom Streik nicht betroffen und fahren nach regulärem Fahrplan. Ebenso planmäßig im Einsatz sind Stand- und Schwebebahn sowie die Schlossfähre Pillnitz–Kleinzschachwitz (Autofähre). Zahlreiche DVB-Buslinien, die durch Subunternehmen wie Taeter Tours, Satra oder Müller.Bus betrieben werden, fahren ebenfalls.

Ausgefallen / stark eingeschränkt

  • Dresdner Elbfähren (Niederpoyritz–Laubegast, Johannstadt–Neustadt)
  • DVB-Buslinien 66, 68 (tlw.), 73, 79, 80 (ab 22 Uhr), 81 (ab 22 Uhr), 86
  • RVSOE-Regionalbusse & Stadtverkehr
  • RVSOE-Fähren F1–F6, F8–F10
  • Wanderschiff RVSOE
  • Kirnitzschtalbahn
  • VGM-Fähren & VGM-Busse
  • VVO-Nachtverkehr

Fährt planmäßig

  • Alle Dresdner Straßenbahnen
  • S-Bahnen und Regionalzüge (DB)
  • Standseilbahn & Schwebebahn
  • Schlossfähre Pillnitz–Kleinzschachwitz
  • DVB-Buslinien 61–65, 68 (tlw.), 70, 72, 74, 77, 78, 83, 84, 85, 87–93, EV 6
  • RVSOE-Linien 83, 201, 202, 226, 232–234, 265
  • DB-Ersatzverkehre S1, S2, S3, S8, RB71

Für einige Linien im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat die RVSOE Notfahrpläne eingerichtet: Die Linien +360, 365, 367, 370 und +360/398 werden im eingeschränkten Betrieb gefahren. Die Linie 83 fährt vollständig. In Meißen fahren 40 Prozent der Busse.

Entdeckertag trotzdem möglich – mit Schiene statt Bus

Der VVO-Entdeckertag findet statt. Die Familientageskarte (14,40 Euro für eine Tarifzone) gilt weiterhin im gesamten Verbundgebiet von Altenberg bis Hoyerswerda – und damit auch für alle Züge und S-Bahnen. Mit diesem Ticket können zwei Erwachsene und bis zu vier Schüler bis zum 15. Geburtstag gemeinsam auf Tour gehen. Bei Lößnitzgrundbahn und Weißeritztalbahn zahlen Erwachsene lediglich den ermäßigten Preis; Kinder bis 15 fahren kostenfrei.

Wer die Sächsische Schweiz ansteuern möchte, kommt per S-Bahn und Regionalzug bis nach Pirna, Bad Schandau oder Schöna zuverlässig ans Ziel. Die Festung Königstein ist per Bahn gut erreichbar. Wer das Verkehrsmuseum Dresden besucht, erhält bei Vorlage der Familientageskarte die Museumsmausaufgaben kostenfrei. Die geplante Geocaching-Tour der DVB an der Fährstelle Pillnitz–Kleinzschachwitz musste dagegen streikbedingt abgesagt werden. Auch die Kirnitzschtalbahn fährt am Freitag nicht, obwohl Erwachsene mit dem Entdeckerticket dort sonst ermäßigt fahren würden. Wer das Kirnitzschtal erkunden möchte, ist auf eigene Anreise angewiesen.

Die RVSOE bietet trotz Streik zwei ihrer beliebten Oldtimer-Sonderfahrten an: eine Rundfahrt mit dem Ikarus 280.03 durch die Sächsische Schweiz (bereits ausgebucht) sowie eine Ausfahrt mit dem H6B/L in den Wildpark Osterzgebirge – beide Angebote laufen nach Angaben der RVSOE regulär.

Warum wird gestreikt?

Hinter dem Streik steckt ein lang schwelender Tarifkonflikt. Ver.di verhandelt für die Beschäftigten der AVN-Gruppe Sachsen – einem Arbeitgeberverband, dem unter anderem RVSOE, DVS, VGM, Regionalbus Oberlausitz und Görlitzer Verkehrsbetriebe angehören. Auch nach der fünften Verhandlungsrunde am 7. April gab es keine Einigung. Die Gewerkschaft wirft den Arbeitgebern vor, sich ausschließlich innerhalb desselben finanziellen Rahmens zu bewegen und strukturelle Verbesserungen kategorisch abzulehnen.

Konkret fehlen Angebote zu einer Fünf-Tage-Woche im Schichtdienst, mehr Jahresurlaub und einer spürbaren Erhöhung der Jahressonderzahlung. Das letzte Arbeitgeberangebot sah lediglich zwei Prozent mehr Lohn ab April 2026 sowie eine Einmalzahlung von 217 Euro vor; die Jahressonderzahlung soll um gerade einmal 100 Euro steigen – während vergleichbare Beschäftigte in anderen Tarifverträgen bis 2029 rund 1.925 Euro erhalten. Ver.di-Verhandlungsführer Sven Vogel erklärte: „Ohne ein deutlich verbessertes Angebot der Arbeitgeber wird es keine Einigung geben." Eine weitere, deutliche Ausweitung der Streikmaßnahmen in den kommenden Wochen sei bereits geplant, ein neuer Verhandlungstermin bisher nicht terminiert.

Hinweis für Abo-Inhaber: Eine Erstattung von Fahrtkosten oder anteilige Rückzahlung des Abonnements ist nicht möglich. Die DVB verweist auf § 22 des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG): Bei Streiks entfällt die Beförderungspflicht, ebenso Ersatzansprüche nach § 16 der Allgemeinen Beförderungsbedingungen.

Dresden News
Artikel von

Dresden News

Dresden News ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.