Dresden. Wo heute Touristen über den Altmarkt schlendern, lässt sich auch eine ganz andere Stadtgeschichte erzählen. Ein Stadtrundgang führt am Dienstag, 2. Juni 2026, dem Welthurentag, durch die Dresdner Altstadt und widmet sich der Geschichte der Prostitution - mit historischen Orten und Personen, von denen sonst kaum die Rede ist. Eingeladen hat das städtische Amt für Gesundheit und Prävention, durch den Abend führt Stadtführerin Anneke Müller. Beginn ist 18.30 Uhr, Treffpunkt bereits ab 18 Uhr am Altmarkt, Ecke Kreuzkirche.
Den Termin nutzt das Amt zugleich für eine klare Positionierung in einer aktuellen Debatte. Man spreche sich für klare Regelungen, aber gegen ein Verbot der Prostitution aus, das faktisch ein sogenanntes „Sexkaufverbot" bedeuten würde, erklärte Dr. Matthias Stiehler, Leiter des Sachgebietes Sexuelle Gesundheit. Aufgabe des Amtes sei es, gesundheitliche Hilfen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter anzubieten. Verbote der jüngeren Vergangenheit hätten die Prostitution nicht beendet, sondern in die Illegalität verdrängt, hieß es – mit der Folge, dass der Schutz der Betroffenen sinke.