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Prostitution in Dresden: Historischer Rundgang beleuchtet Tabu-Thema

Eine Frau blickt im Freien nachdenklich direkt in die Kamera, im Hintergrund ist eine unscharfe städtische Kulisse zu sehen.
eschichte abseits der bekannten Pfade: Zum Welthurentag am 2. Juni lädt das städtische Amt für Gesundheit und Prävention zu einem besonderen Rundgang durch die Altstadt ein. Symbolbild: pixabay/Permanentka
Von: Cornelius de Haas
Zum Welthurentag führt eine Stadtführung durch die Altstadt – an Orte, über die sonst selten gesprochen wird. Wer dabei sein will, muss sich allerdings beeilen.

Dresden. Wo heute Touristen über den Altmarkt schlendern, lässt sich auch eine ganz andere Stadtgeschichte erzählen. Ein Stadtrundgang führt am Dienstag, 2. Juni 2026, dem Welthurentag, durch die Dresdner Altstadt und widmet sich der Geschichte der Prostitution - mit historischen Orten und Personen, von denen sonst kaum die Rede ist. Eingeladen hat das städtische Amt für Gesundheit und Prävention, durch den Abend führt Stadtführerin Anneke Müller. Beginn ist 18.30 Uhr, Treffpunkt bereits ab 18 Uhr am Altmarkt, Ecke Kreuzkirche.

Den Termin nutzt das Amt zugleich für eine klare Positionierung in einer aktuellen Debatte. Man spreche sich für klare Regelungen, aber gegen ein Verbot der Prostitution aus, das faktisch ein sogenanntes „Sexkaufverbot" bedeuten würde, erklärte Dr. Matthias Stiehler, Leiter des Sachgebietes Sexuelle Gesundheit. Aufgabe des Amtes sei es, gesundheitliche Hilfen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter anzubieten. Verbote der jüngeren Vergangenheit hätten die Prostitution nicht beendet, sondern in die Illegalität verdrängt, hieß es – mit der Folge, dass der Schutz der Betroffenen sinke.

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Das Amt bietet nach eigenen Angaben gesundheitliche Beratung sowie kostenlose und anonyme Tests auf sexuell übertragbare Infektionen an. Auch die bei der Anmeldung einer Tätigkeit in der Prostitution vorgeschriebene Beratung sei kostenfrei und anonym möglich.

Der Welthurentag geht auf den 2. Juni 1975 zurück, als mehr als 100 Prostituierte die Kirche Saint Nizier im französischen Lyon besetzten, um auf ihre Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Seit 2001 gilt ein roter Regenschirm als Symbol gegen Diskriminierung.

Die Teilnahme ist kostenfrei, die Teilnehmerzahl jedoch begrenzt. Eine Anmeldung ist bis Montag, 1. Juni 2026, per E-Mail an gesundheitsamt-prostschg@dresden.de erforderlich. Weitere Informationen unter www.dresden.de/prostschg.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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