Dresden. Eine Taschenuhr, ein Blutdruckmessgerät, die Manschettenknöpfe eines Unbekannten - und eine Wundertüte, deren Inhalt selbst die Stadt nicht verrät. Was klingt wie der Dachboden eines exzentrischen Erblassers, ist in Wahrheit die Resterampe einer ganzen Stadt: Dinge, die Dresdnerinnen und Dresdner verloren und nie wieder abgeholt haben.
Am Dienstag, dem 2. Juni, kommen sie unter den Hammer. Schauplatz ist ausgerechnet der Plenarsaal des Neuen Rathauses, wo sonst über Bebauungspläne, Haushaltslöcher und Straßennamen gestritten wird. An diesem Abend aber sitzt dort kein Stadtrat am Mikrofon, sondern ein Auktionator. Zum Ersten, zum Zweiten - verkauft. Und die besagte Taschenuhr? Die gehört ab fünf Euro dem, der die Hand am schnellsten hebt.
Von 17 bis 20 Uhr kommen an diesem Dienstag Fundgegenstände und Nachlasssachen unter den Hammer - neben den genannten Stücken auch Schmuck, Gläser und Münzen. Die Taschenuhr ist eine Pfandsache mit einem Startgebot von fünf Euro und kann ausschließlich bar bezahlt werden. Für alles andere gilt: Karte geht auch. Besichtigung ist ab 16 Uhr, die vollständige Liste steht im elektronischen Amtsblatt. Wer noch Ansprüche auf einen der Gegenstände hat, muss sich bis Montag, 1. Juni, beim Fundbüro melden - danach gehört das Stück dem Meistbietenden.
