Der Anblick war für die Neustädter in den letzten zweieinhalb Wochen beinahe schon Alltag: Ein massiver grauer Block stand an der Hauptstraße, fest verankert, aber eben noch außer Betrieb. Am Montagvormittag war es dann so weit: Die Bauzäune sind weg, die Türen offen. Wer vor dem neuen Häuschen steht, sieht kein filigranes Designobjekt, sondern einen Funktionsbau, der auf Widerstand gebürstet ist. „Die Toilette hat einen Graffiti-Schutzanstrich, der sich bereits bewährt hat", erklärt Axel Walther, Chef der Kommunalen Immobilien Dresden (KID). Ein kalter Wasserstrahl soll reichen, um Schmierereien zu Leibe zu rücken. Es sind Details wie diese, die zeigen: Hier geht es nicht um Schönheit, sondern um Durchhaltevermögen im harten Dresdner Alltag.
150.000 Euro für Funktion und Planung
Drinnen im Zehn-Tonnen-Block ist die Ausstattung durchdacht: Eine Fußbodenheizung schützt die Anlage vor Frost, ein Wickeltisch richtet sich an Eltern mit Kleinkindern. Kostenpunkt für das Gesamtpaket: 150.000 Euro. Allein 100.000 Euro flossen in die Anlage selbst, der Rest in Planung und Tiefbau. Eigentlich sollte das Dach sogar begrünt werden, doch die „prekäre Haushaltslage" hat das Grün erst einmal gestrichen.
Axel Walther von der KID begründete die Dauer zwischen Installation und Eröffnung mit der Komplexität des Aufbaus: „Der Aufbau dieser Anlagen ist komplexer als man denkt." Doch er versprach Besserung für die kommenden Standorte: „Wir sind mit den Vorplanungen jetzt soweit, dass es von nun an schneller gehen sollte." Geöffnet ist die Anlage in der Ritterstraße täglich von 8 bis 21 Uhr – synchron zum Leben auf der Hauptstraße. Wer einen Europaschlüssel für Schwerbehinderte besitzt, kommt jedoch jederzeit rein. Zweimal am Tag rückt der Reinigungstrupp an.