Familiengrillen in der Wohnung löst Großeinsatz in Prohlis aus
Ein Abend in Dresden-Prohlis endete für fünf Personen im Krankenhaus, nachdem eine Familie einen Holzkohlegrill in der Wohnung betrieben hatte. Die Feuerwehr warnt nach dem Vorfall auf der Senftenberger Straße vor der lebensgefährlichen Konzentration von Kohlenmonoxid in geschlossenen Räumen.
Dresden. Am späten Sonntagabend wurden Feuerwehr und Rettungsdienst gegen 22:26 Uhr in den Stadtteil Prohlis gerufen. In einem Mehrfamilienhaus an der Senftenberger Straße klagten mehrere Bewohner über massive gesundheitliche Beschwerden – mehrere Stunden nach einem gemeinsamen Familiengrillen in der Wohnung.
Fünf Verletzte, mehrere Rettungswagen im Einsatz
Vor Ort fanden die Einsatzkräfte drei Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 19 und 44 Jahren vor. Alle fünf litten unter starken Kopfschmerzen, CO-Messgeräte bestätigten deutlich erhöhte Kohlenmonoxidwerte im Blut. Der Notarzt ordnete den sofortigen Transport in umliegende Krankenhäuser an. Da alle Patienten gleichzeitig versorgt werden mussten, wurden zusätzliche Rettungswagen angefordert, der Organisatorische Leiter des Rettungsdienstes verteilte sie auf geeignete Fachkliniken im Stadtgebiet. Insgesamt waren zehn Einsatzkräfte der Wachen Striesen, Altstadt und Reick bis nach Mitternacht im Einsatz.
Die unsichtbare Gefahr durch Kohlenmonoxid
Kohlenmonoxid (CO) ist farb-, geruch- und geschmacklos – und damit für die menschlichen Sinne nicht wahrnehmbar. Es entsteht bei der unvollständigen Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Stoffen und blockiert den Sauerstofftransport im Blut. Besonders Gehirn und Herz reagieren empfindlich auf den daraus resultierenden Sauerstoffmangel.
Zeitverzögerte Symptome erschweren die Selbstrettung
Gefährlich ist zudem, dass die Beschwerden – wie im Fall in Prohlis – oft erst mit erheblicher Verzögerung auftreten. Was mit Kopfschmerzen und Schwindel beginnt, kann bei steigender Konzentration schnell zur Bewusstlosigkeit und zum Tod führen. Holzkohlegrills und offene Feuerstellen dürfen deshalb unter keinen Umständen in geschlossenen oder schlecht belüfteten Räumen genutzt werden. Der Einsatz endete gegen 00:28 Uhr. Die fünf Patienten werden in den Kliniken weiter beobachtet.