Dresden. Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach der Schließung liegt ein konkreter Plan auf dem Tisch: Anfang 2027 soll im Italienischen Dörfchen wieder Musik klingen, Kaffee dampfen und Kunst zu sehen sein. Die Entscheidung darüber fällt nicht am Theaterplatz - sondern im Stadtrat.
Vom Handwerkerviertel zum Wahrzeichen: Die Geschichte des Italienischen Dörfchens
Der Name ist kein Marketing - er ist echte Stadtgeschichte. Als der italienische Architekt Gaetano Chiaveri die Katholische Hofkirche errichtete, wohnten seine vermutlich ebenfalls aus Italien stammenden Handwerker und Künstler nahe der Baustelle auf dem linken, steilen Ufer des Elbbogens in zahlreichen kleinen Häuschen - nach dem Prinzip der mittelalterlichen Dombauhütten. Der Dresdner Volksmund taufte die Siedlung bald „Italienisches Dörfchen".
Als 1841 das erste Königliche Hoftheater gebaut wurde, riss man die Siedlung größtenteils ab. Der Name aber überlebte: 1851 entstand an diesem Ort in unmittelbarer Nähe des Landeplatzes für die Schiffe der Meißner Linie ein Lokal, das den historischen Namen übernahm. Es folgten bewegte Jahrzehnte - Julius Helbig vereinigte die verbliebenen Häuser zu einem Großrestaurant, dem sogenannten „Helbig's Etablissement", das nach seinem Tod 1870 an die Dresdner Feldschlösschen Brauerei verkauft und anschließend von verschiedenen Pächtern bewirtschaftet wurde. Seit Mitte der 1890er-Jahre warb man bereits unter dem Doppelnamen „Helbig's Etablissement – Italienisches Dörfchen".