Letzte Chance für Dresdens Mobilitätsplan: Bürgerdialog im Stadtforum und Online-Votum biegen auf Zielgerade ein
Stephan Kühn, Dresdens Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften, am mobiVOTE-Portal im Stadtforum. Foto: CdH
Von:
Cornelius de Haas
Die Weichenstellungen für den Dresdner Verkehr der nächsten zehn Jahre gehen in die entscheidende Phase. Mit dem Projekt „mobiVOTE“ führt die Stadtverwaltung derzeit die dritte und letzte digitale Beteiligungsrunde durch, um ein Meinungsbild zu insgesamt 70 konkreten Maßnahmen zu erhalten. Diese decken das gesamte Spektrum der städtischen Infrastruktur ab – von der Sicherheit der Schulwege über den Ausbau des Radnetzes bis hin zur Effizienz des Wirtschafts- und Pendlerverkehrs.
Letzter Vor-Ort-Termin im Stadtforum am Dienstag
Für Bürgerinnen und Bürger, die das persönliche Gespräch digitalen Fragebögen vorziehen, bietet die Stadtverwaltung am heutigen Dienstag, den 31. März 2026, den letzten von insgesamt vier Dialog-Nachmittagen an. Zwischen 16:00 und 18:00 Uhr stehen Experten des Planungsteams im Stadtforum bereit, um Details der 70 Maßnahmenpakete zu erläutern und Fragen direkt zu beantworten. Vor Ort besteht zudem die Möglichkeit, das rund 15-minütige Online-Votum unter Anleitung oder an bereitgestellten Terminals zu absolvieren.
Neben der breiten Öffentlichkeit liegt ein besonderer Fokus auf der jungen Generation: Parallel zu den offenen Formaten laufen derzeit 85 Workshops an insgesamt 20 Dresdner Schulen. Damit sollen gezielt Jugendliche ab der 7. Klasse in den Prozess eingebunden werden, da deren künftige Mobilität maßgeblich von den heutigen Entscheidungen beeinflusst wird.
Direkter Einfluss auf die politische Entscheidung
Baubürgermeister Stephan Kühn betont die Relevanz der Beteiligung für das parlamentarische Verfahren. Die Ergebnisse der Umfrage seien kein reines Stimmungsbild, sondern eine zentrale Grundlage für die Arbeit des Stadtrates. „Die Menschen in Dresden wollen beim Thema Mobilität mitreden. Sie erwarten eine transparente, inklusive und zukunftsorientierte Stadtentwicklung“, so Kühn. Ein besonderes Element der Befragung ist die abschließende Frage an die Teilnehmer: „Wenn Sie Stadträtin wären – würden Sie dem Mobilitätsplan 2035+ zustimmen?“
Ein Kompromiss aus 70 Maßnahmen
Der Mobilitätsplan 2035+ soll den veralteten Verkehrsentwicklungsplan aus dem Jahr 2014 ablösen. Der Entwurf basiert auf 14 Leitzielen, die der Stadtrat bereits 2022 verabschiedet hat, darunter Klimaschutz, Verkehrssicherheit und Erreichbarkeit. Die nun zur Abstimmung stehenden Maßnahmen sind in acht Kategorien unterteilt. Dabei entfällt mehr als die Hälfte der Vorschläge auf den Berufs- und Wirtschaftsverkehr, während rund ein Drittel spezifisch den Pendlerverkehr betrifft.
Frank Fiedler, Abteilungsleiter der Verkehrsentwicklungsplanung, bezeichnet das Paket als einen „tragfähigen Kompromiss“. Die Auswahl der Maßnahmen sei so konzipiert, dass rund 80 Prozent der gesetzten Leitziele erreicht werden können – ein Wert, der die notwendige Abwägung zwischen den oft gegensätzlichen Interessen der verschiedenen Verkehrsteilnehmer in einer Großstadt widerspiegelt.
Interessierte können noch bis zum 7. April 2026 online unter www.dresden.de/mobiVOTE teilnehmen. Die Auswertung der Daten wird im Anschluss aufbereitet und dem Stadtrat als Entscheidungshilfe vorgelegt.
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