Kretschmer und Hilbert greifen zum Spaten: Überraschendes Signal für Dresden
Dresden. Zwei Politiker, zwei Spaten, zwei junge Bäume. Am Freitagmorgen haben Ministerpräsident Michael Kretschmer und Oberbürgermeister Dirk Hilbert in Pieschen zwei Amberbäume in die Erde gebracht. So klein die Geste an der Grünfläche Döbelner Straße/Ecke Bolivarstraße, so groß ist das, worum es dahinter geht. Die Pflanzung war der Auftakt für das Projekt „Straßenbäume" des Fördervereins BUGA Dresden 2033, wie der Verein mitteilte.
Der Anlass ist ein Rückschlag. Der Dresdner Norden wird anders als erhofft kein Kernareal der Bundesgartenschau 2033. Die Stadt hatte den Investitionshaushalt der Schau gekürzt und sie auf den Dresdner Südosten konzentriert. Der Förderverein mit derzeit 61 Mitgliedern will die Gebiete nördlich der Elbe trotzdem grüner machen.
Chipindustrie wächst, das Grün soll mitwachsen
Mit der Ansiedlung der Halbleiterindustrie wachse der Norden, das bringe Arbeitsplätze, aber auch Druck auf Wohnraum, Verkehr und Landschaft, sagte die Architektin und CDU-Stadträtin Bettina Kempe-Gebert vom Förderverein. Ihre Antwort darauf ist eine „Neue Gartenstadt" nach dem Vorbild Hellerau. Der Stadtteil im Norden gilt als erste Gartenstadt Deutschlands und brachte schon vor gut hundert Jahren Wohnen, Arbeiten und Natur zusammen. An dieses Modell solle der Norden anknüpfen, statt nur Fabriken, Wohnblöcke und Straßen aneinanderzureihen. Von der Stadt fordert Kempe-Gebert dafür einen eigenen „Masterplan Gartenstadt 2033+".
Kretschmer verwies auf den heißen Sommer und das Ziel, mehr Schatten in die Städte zu bringen. Hilbert nannte die Pflanzung ein Zeichen dafür, dass Stadt und Land zusammenarbeiten. Die Buga 2033 bekommt in Dresden kein festes Gelände, sondern verteilt sich über einen großen Teil des Stadtgebiets. Wichtigste Schauplätze liegen im Südosten, an der Galopprennbahn Seidnitz, den Kiesseen Leuben und im Südpark.
Kaum Platz für neue Straßenbäume
Viele alte Straßenbäume sind über die Jahre verschwunden, weil gebaut wurde. Sie zu ersetzen, ist schwerer, als es klingt. Warum, erklärte Sascha Döll, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft. Vor jeder Pflanzung müssten Leitungen im Boden, Feuerwehrzufahrten, Gehwegbreiten und der Parkraum geprüft werden. Ein alter Baumstandort lässt sich deshalb selten eins zu eins nachbesetzen, weil heute strengere Abstände gelten als zu der Zeit, als der Vorgänger dort gepflanzt wurde.
Passende Standorte für weitere Bäume im Dresdner Norden hat der Förderverein bisher nicht gefunden. Gemeinsam mit Bürgern, Verwaltung und Fachleuten will er nun nach Flächen suchen. Wer eine Idee für einen Standort hat, kann sich beim Verein melden.