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Kommentar: Dresden lässt Familien am Gomondai-Platz auf dem Trockenen sitzen

Zweigeteiltes Bild: Links eine trockene Pflasterfläche mit Düsen eines Wasserspiels auf dem Jorge-Gomondai-Platz unter Bäumen. Rechts das Porträt eines leicht lächelnden Mannes mit Dreitagebart im hellblauen Hemd.
Trockenes Wasserspiel im Sommer: Während die Stadt den Betrieb am Jorge-Gomondai-Platz beteuert, bleibt die Fläche trocken. Ein Kommentar zum Mangel an Aufmerksamkeit vor der eigenen Haustür. Fotos: CdH/Stephan Floss
Von: Cornelius de Haas
Seit dem 24. Juli sprudelt das Wasserspiel am Jorge-Gomondai-Platz nicht mehr. Die Stadt versichert, alles laufe planmäßig - nur zeigt ein Blick auf den Platz das Gegenteil.

Was ein Brunnen an einem heißen Tag wert ist, sieht man am Jorge-Gomondai-Platz sonst von allein: Kinder, die kreischend durch die 25 Fontänen jagen, Füße, die im Wasser baumeln, irgendwo ein Hund, der aus der Pfütze schlappt. Nur ist der Platz seit dem Abend des 24. Juli trocken. Ein Gastronom nebenan, der jeden Tag darauf schaut, sagt: seither kein Tropfen. Und das ausgerechnet in einer Zeit, in der die Hitze schon am Vormittag lästig wird.

Fragt man im Rathaus nach, ist alles in bester Ordnung. Kein Defekt, heißt es, die Anlage laufe eben zu festen Zeiten - nachmittags von 15 bis 17 Uhr, abends von 20 bis 22. Doch beim Test am 4. August gegen halb fünf war die Anlage trocken - offenbar hat vor der Antwort niemand nachgesehen. Genau das ist der eigentliche Ärger: Wer bestätigt, dass ein Brunnen planmäßig sprudelt, der seit über einer Woche stillsteht, weiß nicht, was vor der eigenen Tür passiert. Für eine Stadt, die bei jeder Hitzewelle auf ihre kühlen Orte verweist, ist das keine Kleinigkeit. Man sollte wenigstens wissen, ob diese Orte laufen.

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Erst danach kommt die Frage der Betriebszeiten - und auch die überzeugt nicht. Dass gespart werden muss, bestreitet niemand, die Haushaltssperre ist real. Aber wenn nur ein paar Stunden bleiben, sollten sie passsen. Die Abendschicht von 20 bis 22 Uhr trifft die Hitze nicht mehr so - und die Familien sitzen beim Abendbrot. Was bleibt, ist die beleuchtete Kulisse für Vorübergehende - schön, aber kein Hitzeschutz. Dabei läge die Lösung auf der Hand und dürfte keinen Cent mehr kosten: die zweite Schicht direkt an die erste hängen, von 15 bis 19 Uhr durchziehen, wenn die Sonne drückt und der Platz voll ist. Vorausgesetzt, er läuft dann überhaupt.

Die Nebeldusche ein paar Schritte weiter nimmt einem die Sorge nicht ab. Als Versuch ganz nett, aber sie befeuchtet kaum mehr als die Fläche eines kleinen Bades und ersetzt keinen Platz, über den Kinder rennen. Und nein, so ein Wasserspiel ist keine Badeanstalt - das muss es auch nicht sein. Zwischen offiziellem Badebetrieb und einem staubtrockenen Platz liegt reichlich Raum, den man den Leuten getrost selbst überlassen darf. Ob ein Kind durch die Strahlen springt und mit nassen Socken heimläuft, haben Eltern immer schon allein entschieden.

Es geht hier um eine Kleinigkeit. Aber gerade Kleinigkeiten, die niemand behebt, sagen viel aus. Bevor über Zeitfenster und Sparquoten geredet wird, müsste bloß jemand hingehen und schauen, ob Wasser kommt. Dass ein beliebter Brunnen eine Woche lang unbemerkt trockenliegt, während die Stadt seinen Betrieb bestätigt, ist kein Geldproblem. Es ist eine Frage der Aufmerksamkeit - und die gibt es umsonst.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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