Was ein Brunnen an einem heißen Tag wert ist, sieht man am Jorge-Gomondai-Platz sonst von allein: Kinder, die kreischend durch die 25 Fontänen jagen, Füße, die im Wasser baumeln, irgendwo ein Hund, der aus der Pfütze schlappt. Nur ist der Platz seit dem Abend des 24. Juli trocken. Ein Gastronom nebenan, der jeden Tag darauf schaut, sagt: seither kein Tropfen. Und das ausgerechnet in einer Zeit, in der die Hitze schon am Vormittag lästig wird.
Fragt man im Rathaus nach, ist alles in bester Ordnung. Kein Defekt, heißt es, die Anlage laufe eben zu festen Zeiten - nachmittags von 15 bis 17 Uhr, abends von 20 bis 22. Doch beim Test am 4. August gegen halb fünf war die Anlage trocken - offenbar hat vor der Antwort niemand nachgesehen. Genau das ist der eigentliche Ärger: Wer bestätigt, dass ein Brunnen planmäßig sprudelt, der seit über einer Woche stillsteht, weiß nicht, was vor der eigenen Tür passiert. Für eine Stadt, die bei jeder Hitzewelle auf ihre kühlen Orte verweist, ist das keine Kleinigkeit. Man sollte wenigstens wissen, ob diese Orte laufen.