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Haushalt 2027/28: Dresden will 1200 Stellen streichen und Gebühren erhöhen

Blick in den Plenarsaal des Dresdner Stadtrats: Auf einer großen Leinwand ist der Schriftzug „Verwaltungsentwurf des Doppelhaushaltes 2027/2028“ zu sehen. Davor sitzen Stadtpolitiker an einem Podiumstisch, im Vordergrund blickt man auf das Publikum.
Sparpaket und Investitionen: Im Dresdner Stadtrat wurde der Verwaltungsentwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 präsentiert. Trotz Abbaus von über 1.200 Stellen plant Oberbürgermeister Hilbert Investitionen von 1,6 Milliarden Euro. Foto: CdH
Von: Cornelius de Haas
Dresden baut so viel wie lange nicht und streicht dafür fast jede sechste Stelle im Rathaus. Auch Grundsteuer, Parkgebühren und Kita-Beiträge sollen steigen, sonst droht der Stadt die Handlungsunfähigkeit.

Dresden. Fast jede sechste Stelle im Rathaus fällt weg, und trotzdem soll so viel gebaut werden wie lange nicht. Beides steckt im Verwaltungsentwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028, den Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) am Donnerstag in den Stadtrat einbrachte. Der Etat ist nicht ausgeglichen. Ohne Gegensteuern, warnte Hilbert, würde das Defizit bis 2031 auf rund 840 Millionen Euro wachsen und die Stadt handlungsunfähig machen.

Rund 1,6 Milliarden Euro sind für Investitionen von 2027 bis 2031 vorgesehen, im Schnitt gut 320 Millionen Euro pro Jahr. Der Fehlbetrag beträgt schon 2027 rund 218 Millionen Euro und 2028 rund 370 Millionen Euro. Dagegen soll ein Haushaltsstrukturkonzept helfen, das die Stadtkasse bis 2031 um rund 780 Millionen Euro entlastet.

Die Ursache der Finanzlage liegt laut Hilbert nicht in Dresdner Entscheidungen. Bund und Länder übertrügen den Kommunen immer mehr Pflichtaufgaben, ohne sie ausreichend zu bezahlen. Das belegten Zahlen des Deutschen Städtetages und ein Gutachten des früheren sächsischen Finanzministers Hartmut Vorjohann.

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Stellenabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen

Den größten Beitrag von rund 320 Millionen Euro leistet die Verwaltung selbst. Die Zahl der Vollzeitstellen soll von 7369 auf 6160 sinken, ein Minus von 1209 Stellen in zwei Stufen. Rund 500 sind im Stellenplan 2027/2028 bereits vermerkt, weitere 700 soll ab 2029/2030 ein externer Gutachter ermitteln. Betriebsbedingte Kündigungen will Hilbert möglichst vermeiden; der Abbau laufe über Altersabgänge und weniger Neueinstellungen. Mit dem Personal sinke auch die Zahl der Führungskräfte.

Grundsteuer, Parkgebühren und Kita-Beiträge steigen

Erst danach sollen die Bürger zahlen. Der Grundsteuer-Hebesatz soll steigen und rund 25 Millionen Euro pro Jahr bringen. Auch die Parkgebühren klettern. Die Elternbeiträge sollen im Hort um rund 6 Prozent, in Krippe und Kita um 9,5 Prozent steigen. Bei stark belasteten Familien will die Stadt soziale Faktoren berücksichtigen.

Im Sozial- und Jugendbereich sind keine zusätzlichen Kürzungen vorgesehen; der Etat wird auf dem Niveau von 2026 fortgeschrieben. Weil die Kosten steigen, das Geld aber gleich bleibt, könnten einzelne Angebote faktisch schrumpfen. Hilbert verwies zugleich darauf, dass die Stadt sozialen Wohnungsbau fördere, Schulsozialarbeit sichere und ihr Bibliotheksnetz erhalte.

Wohin die Investitionen fließen

Der größte Investitionsposten bleibt das Straßen- und Tiefbauamt mit 568,5 Millionen Euro, darunter Carolabrücke, Nossener Brücke sowie Königsbrücker und Hamburger Straße. Es folgen Schulen mit 255,8 Millionen Euro, dazu Wohnungsbau und eine neue Schwimmhalle in Klotzsche. Über den Haushalt entscheidet der Stadtrat am 26. November. Bis dahin gibt es zwei Bürgerdialoge am 9. September und 9. November jeweils von 17 bis 19.30 Uhr im Stadtforum, Einwendungen sind bis 23. September online möglich.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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