Dresden. Eine alte Jacke, ein Tütenberg, dazwischen etwas, das mal ein Kuscheltier war - wer an einem Altkleidercontainer in Pieschen, Prohlis oder Cotta vorbeiläuft, kennt das Bild. Der Container voll, daneben der Rest. Seit Monaten. Und die Stadt? Spielt nach eigenen Worten „Hase und Igel".
Hinter dem Dauerproblem steckt mehr als schlechte Arbeit einzelner Betreiber. Es ist eine Marktkrise, ein Gesetzgebungsvakuum - und mittendrin Dresden, das versucht, ein System zu retten, das unter den gegebenen Umständen eigentlich längst neu gedacht werden müsste.
Dresden sei mit seinem Angebot grundsätzlich gut aufgestellt und besser als viele andere Städte, sagt Thomas Kügler, Abteilungsleiter Abfallwirtschaft und Stadtreinigung im Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft. „Punktuell gibt es in Dresden aber Probleme." In drei der zehn Dresdner Sammelgebiete erbringen die beauftragten Betreiber ihre Leistung dauerhaft nicht in ausreichender Qualität: Im Stadtbezirk Pieschen ist es die APR GmbH, in Prohlis die Profittex GmbH und im Stadtbezirk Cotta mit seinen Ortschaften die PR-Tex Recycling GmbH. Die Folgen sind sichtbar: überfüllte Container, Nebenablagerungen, Vermüllung - und ein Schneeballeffekt, der weitere illegale Entsorgungen anzieht.