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Große Stadtrats-Vorschau: Diese Beschlüsse prägen Dresden auf Jahre hinaus

Haupteingang des Neuen Rathauses in Dresden mit breiter Treppe, Rundbögen und goldenen Verzierungen. Rechts im Vordergrund steht eine dunkle Bronzestatue eines sitzenden Löwen, der ein Schild hält.
Ort für richtungsweisende Entscheide: Im Dresdner Rathaus (im Bild der Eingang über die Goldene Pforte) kommt der Stadtrat am 3. September zusammen. Auf der Agenda stehen Großkonflikte wie der Doppelhaushalt, die Carolabrücke und das Lingnerschloss. Foto: CdH
Von: Dresden News
Milliarden-Finanzen, der harte Machtkampf um die Carolabrücke und ein Schloss-Krimi: Was am 3. September im Plenarsaal auf dem Spiel steht – die große Vorschau.

Dresden. Milliarden-Finanzen, das Tauziehen um die Carolabrücke und ein Zankapfel namens Lingnerschloss: Wenn der Dresdner Stadtrat am Donnerstag, dem 3. September 2026, zu seiner 24. Sitzung zusammenkommt, steht die Landeshauptstadt vor einem parlamentarischen Stresstest. Ab 16:00 Uhr treffen im Plenarsaal gleich mehrere Großkonflikte aufeinander – von der Einbringung des Doppelhaushalts 2027/2028 über den Kurs bei der Energiewende bis hin zu Richtungsentscheidungen, die das Dresdner Stadtbild auf Jahrzehnte prägen werden.

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1. Haushaltseinbringung & das Ringen um die Carolabrücke

  • Haushaltsentwurf 2027/2028 (TOP 2): Oberbürgermeister Dirk Hilbert leitet die Sitzung mit der offiziellen Einbringung des Haushaltsplans ein und stellt die finanziellen Leitplanken für die kommenden zwei Jahre vor.
  • Ersatzneubau Carolabrücke (TOP 4 - V0994/26): Im Zentrum steht die Entscheidung über das künftige Planungsteam.
    Allianz für FHECOR / TSSB („CAROLA 3.0“): Die Fraktionen von FDP/Freien Bürgern, CDU und Team Zastrow unterstützen den Siegerentwurf der Bürgerbefragung gemeinsam. Über einen detaillierten Änderungsantrag soll die Entscheidung rechtssicher nach den sechs Ratskriterien begründet werden. Auch die AfD präferiert dieses Modell.
    Allianz für LAP / Knight Architects: Bündnis 90/Die Grünen und die SPD setzen auf den Favoriten des Experten- und Begleitgremiums und fordern per Änderungsantrag eine Reduzierung auf zwei Fahrspuren.
    Vergaberechtliche Warnung: Das konservative Lager weist die geforderte Zweispurigkeit strikt zurück. Eine nachträgliche Änderung der Planungsbedingungen im Rahmen der Vierfachbeauftragung mache die Ausschreibung angreifbar und provoziere schwere Schadensersatzklagen der unterlegenen Büros, erklärte zudem die FDP/FB-Fraktion.
  • Brücke Budapester Straße (TOP 9 & 15): Neben Dringlichkeitsmitteln für Notfallsicherungen (V0935/26) verlangt die CDU per Antrag den sofortigen Einstieg in die Ersatzneubauplanung als Schwerpunkt für den Haushaltsplan (A0188/26).

2. Der Krimi ums Lingnerschloss und die Wärmeplanung

  • Erbbaurecht Lingnerschloss (TOP 5 & 6): Gegenüber der Verwaltervorlage (V0969/26) dringt die SPD darauf, das Schloss keinesfalls in private Hände zu geben (A0196/26).
    Modell FDP/Freie Bürger: Bedingte Zustimmung zum Vergleich mit dem Investor Bohn & Kreider, gebunden an ein Notar-Ultimatum bis zum 14. September 2026 (Exit-Option nach 10 Jahren, öffentliche Nutzung, keine reinen Privatwohnungen). Bei Ablehnung folgt der Widerruf.
    Modell CDU: Die CDU lehnt den Vergleich ab, schließt einen städtischen Eigenbetrieb mangels Finanzen und Know-how jedoch aus. Der Oberbürgermeister soll einen neuen Vergleich für Veranstaltungsbetrieb und Zugänglichkeit verhandeln.
    Modell Grünen & SPD: Ablehnung des Vergleichs und Forderung nach Vorlage des städtischen Schlösserkonzepts für eine gemeinwohlorientierte Gesamtlösung.
  • Kommunaler Wärmeplan (TOP 7 - V0697/26):
    Konservativer Ersetzungsantrag: Da Dresden aktuell zu 95 % am Erdgas hänge, fordern CDU und Team Zastrow den Erhalt des Verteilnetzes und das Umwandeln dezentraler Gebiete in „Prüfgebiete“.
    Ergänzungsantrag FDP/Freie Bürger: Sie fordern Ergänzungen zur Sicherung fester Ansprechpartner für Handwerk und Kammern sowie zur Beschleunigung von Behördenverfahren für Netzbauten der SachsenEnergie.
    Kritik der Grünen: Die Grünen warnen vor unkalkulierbaren Kostensteigerungen für Gaskunden und verurteilen Streichungen bei Netzbau- und Qualifizierungsmaßnahmen.

3. Weitere Entscheidungen auf der Tagesordnung

  • Sportgroßevents (TOP 8 - V0720/26): Vertragsverlängerung und Finanzierung für das Leichtathletik-Meeting „Goldenes Oval“ (2027/2028) im Heinz-Steyer-Stadion.
  • Jugendhilfe / § 4a SGB VIII (TOP 13 - V0566/25): Die CDU kündigt die Ablehnung an; Bundesgesetze dürften nicht auf Kosten der Dresdner Stadtkasse „vergoldet“ werden.
  • Brunnen im Stadtgebiet (TOP 14 - A0186/26): Antrag von Team Zastrow und CDU zur festen Saisonverlängerung ab 2027 (Mitte April bis Ende Oktober, 12 Stunden täglich).
  • Bienertpark / 49. Grundschule (TOP 16 - A0192/26): Interfraktioneller Antrag zur Wurzelsanierung und verlässlichen Nutzung für Schule, Hort und Anwohner.
  • FKK-Luftbad Dölzschen (TOP 17 - A0193/26): Antrag der Linken zur Rettung der Badsaison und Überarbeitung des Sanierungskonzepts.
  • Eilantrag Radroute Ost (TOP 18 - A0195/26):* Die AfD fordert den Baustopp an der Kipsdorfer Straße zur Verhinderung des ersatzlosen Parkplatzwegsfalls.
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