Dresden. Milliarden-Finanzen, das Tauziehen um die Carolabrücke und ein Zankapfel namens Lingnerschloss: Wenn der Dresdner Stadtrat am Donnerstag, dem 3. September 2026, zu seiner 24. Sitzung zusammenkommt, steht die Landeshauptstadt vor einem parlamentarischen Stresstest. Ab 16:00 Uhr treffen im Plenarsaal gleich mehrere Großkonflikte aufeinander – von der Einbringung des Doppelhaushalts 2027/2028 über den Kurs bei der Energiewende bis hin zu Richtungsentscheidungen, die das Dresdner Stadtbild auf Jahrzehnte prägen werden.
2. Der Krimi ums Lingnerschloss und die Wärmeplanung
- Erbbaurecht Lingnerschloss (TOP 5 & 6): Gegenüber der Verwaltervorlage (V0969/26) dringt die SPD darauf, das Schloss keinesfalls in private Hände zu geben (A0196/26).
Modell FDP/Freie Bürger: Bedingte Zustimmung zum Vergleich mit dem Investor Bohn & Kreider, gebunden an ein Notar-Ultimatum bis zum 14. September 2026 (Exit-Option nach 10 Jahren, öffentliche Nutzung, keine reinen Privatwohnungen). Bei Ablehnung folgt der Widerruf.
Modell CDU: Die CDU lehnt den Vergleich ab, schließt einen städtischen Eigenbetrieb mangels Finanzen und Know-how jedoch aus. Der Oberbürgermeister soll einen neuen Vergleich für Veranstaltungsbetrieb und Zugänglichkeit verhandeln.
Modell Grünen & SPD: Ablehnung des Vergleichs und Forderung nach Vorlage des städtischen Schlösserkonzepts für eine gemeinwohlorientierte Gesamtlösung. - Kommunaler Wärmeplan (TOP 7 - V0697/26):
Konservativer Ersetzungsantrag: Da Dresden aktuell zu 95 % am Erdgas hänge, fordern CDU und Team Zastrow den Erhalt des Verteilnetzes und das Umwandeln dezentraler Gebiete in „Prüfgebiete“.
Ergänzungsantrag FDP/Freie Bürger: Sie fordern Ergänzungen zur Sicherung fester Ansprechpartner für Handwerk und Kammern sowie zur Beschleunigung von Behördenverfahren für Netzbauten der SachsenEnergie.
Kritik der Grünen: Die Grünen warnen vor unkalkulierbaren Kostensteigerungen für Gaskunden und verurteilen Streichungen bei Netzbau- und Qualifizierungsmaßnahmen.