Dresden. Was wäre, wenn am 3. September keine Fraktion, kein Investor und keine persönliche Beziehung über die Zukunft des Lingnerschlosses entscheiden würde, sondern eine Künstliche Intelligenz? Wir haben genau dieses Experiment gemacht.
Die Aufgabe an ChatGPT war bewusst nüchtern formuliert: Stell dir vor, du wärst Mitglied des Dresdner Stadtrates. Prüfe die beiden vorliegenden Modelle für das Lingnerschloss anhand nachvollziehbarer Kriterien und entscheide, welches aus Sicht der Stadt über die verbleibenden rund 44 Jahre des Erbbaurechts die geringeren Risiken und die größeren Sicherheiten bietet.
Das Ergebnis: 86,2 von 100 Punkten für die Fördergesellschaft Lingnerschloss gGmbH, 79,3 Punkte für das Modell von Thomas Bohn und Oliver Kreider.
Die KI würde damit nach heutigem Kenntnisstand für die gGmbH stimmen.
Dieses Ergebnis braucht allerdings eine Erklärung. Denn die KI kennt weder die handelnden Personen persönlich noch bewertet sie Sympathien oder politische Lager. Sie kann nur die Informationen beurteilen, die ihr zur Verfügung gestellt werden. Einige Zusagen sind durch Dokumente belegt, andere bislang lediglich öffentlich erklärt worden. Genau diese Unterschiede haben wir in der Bewertung berücksichtigt.