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Dresden riskiert Rückschlag beim Klimaschutz – Grüne warnen vor Folgen

Dresden riskiert Rückschlag beim Klimaschutz – Grüne warnen vor Folgen
Symbolbild Klimaschutz / pixabay RosZie
Von: Cornelius de Haas

Dresden steht vor einer heiklen Weichenstellung: Das Klimaschutzkonzept der Stadt ist vorläufig gescheitert, und die Grünen warnen vor spürbaren Auswirkungen auf die Energie- und Umweltpolitik. Am Montag stoppten die Fraktionen der CDU, AfD und FDP/FB das Integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept (IEK) im Ausschuss für Umwelt und Klima. Der Vertreter des Teams Zastrow (TZ) - das seine Ablehnung im Vorfeld bereits angekündigt hatte - fehlte bei der Abstimmung. Wegen Stimmengleichheit kam keine Mehrheit zustande – damit geraten zentrale Klimamaßnahmen ins Wanken.

Dr. Wolfgang Deppe, Sprecher für Umwelt, Klima und Energie von Bündnis 90/Die Grünen, bezeichnet die Ablehnung als „folgenschweren Angriff auf den Klimaschutz in Dresden“. Aus seiner Sicht beruht die Entscheidung auf wenig belastbaren Kostenargumenten, obwohl das IEK wirksame Schritte zur Klimaneutralität Dresdens vorsieht.

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IEK in Dresden: Streit um Klimaziele und Verantwortung

Deppe verweist darauf, dass andere deutsche Großstädte wie Leipzig, München oder Dortmund längst mit klaren Klimazielen vorangehen – teils mit dem Ziel, bereits 2035 klimaneutral zu sein. Dresden ist außerdem Mitglied der Initiative 100 klimaneutrale Städte in Europa, ein Engagement, das durch die Ablehnung nun infrage steht.

Zudem weist Deppe das Kostenargument der Fraktionen zurück: Studien zufolge seien die Kosten des Nichtstuns deutlich höher als Investitionen in erneuerbare Energien. Die Umsetzung des IEK sei weitgehend über die SachsenEnergie abgedeckt und im Dekarbonisierungskonzept des Unternehmens bereits berücksichtigt.

Erneuerbare Energien und Wirtschaft: Folgen für Unternehmen in Dresden

Hinzu kommen Fördermittel von Bund und EU, während steigende CO2-Zertifikatspreise schnelles Handeln wirtschaftlich sinnvoll machen. „Dresden ist eine Stadt der Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft. Es wäre blamabel, wenn der Stadtrat sich jetzt gegen wissenschaftliche Evidenz und wirksamen Klimaschutz entscheidet“, warnt Deppe.

Gerade für innovative Unternehmen wie Globalfoundries, Infineon, Bosch oder ESMC sei eine verlässliche Versorgung mit erneuerbaren Energien entscheidend. Auch mittelständische Betriebe warteten auf Aufträge, die durch Investitionen in Klimaschutzprojekte wie eine nachhaltige Wärmeversorgung entstehen.

Verhandlungen zum Klimaschutzkonzept: Appell der Grünen an CDU, FDP/FB und TZ

Die Grünen appellieren an CDU, FDP/FB und TZ, den Verhandlungstisch nicht zu verlassen. Deppe unterstreicht, seine Fraktion sei bereit, Modifikationen am IEK zu prüfen und einen weiteren Prozess zur Klärung von Details, Kosten und Versorgungssicherheit zu starten. Ziel bleibe ein breit getragener Kompromiss, um großen Schaden für Dresden durch die Ablehnung des IEK abzuwenden.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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