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Dresden: DVB lassen Fähre Johannstadt–Neustadt nicht mehr fahren

Das gelb-weiße Fährboot Johanna der Dresdner Verkehrsbetriebe fährt auf der Elbe vor der Kulisse der Dresdner Altstadt mit Frauenkirche und Augustusbrücke.
Vorübergehend außer Betrieb: Die Elbfähre „Johanna“ musste aufgrund des extremen Niedrigwassers in Dresden vorerst an den Anleger zurückkehren. Archivfoto: DVB
Von: Cornelius de Haas
Die Elbe ist auf 51 Zentimeter gefallen - noch weniger als ihr statistischer Niedrigwasserstand. Für die Fähre zwischen Johannstadt und Neustadt ist damit Schluss: Sie bleibt in beiden Richtungen bis auf Weiteres am Ufer.

Dresden. Wo sonst das Fährboot „Johanna" zwischen Johannstadt und Neustadt über die Elbe pendelt, herrscht jetzt Stillstand. Der Grund liegt im Fluss selbst: Die Elbe führt so wenig Wasser, dass der Betrieb in beiden Richtungen bis auf Weiteres ruht.

Wie niedrig der Strom steht, zeigt der Pegel Dresden - am Sonntagmittag waren es nur noch 51 Zentimeter. Damit ist die Elbe sogar unter ihren mittleren Niedrigwasserstand von 58 Zentimetern gesunken. Im langjährigen Mittel führt der Fluss an dieser Stelle 147 Zentimeter, also fast das Dreifache.

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Pegel Dresden unter dem mittleren Niedrigwasserstand

Von Hochwasser ist die Elbe damit weit entfernt - die erste Alarmstufe greift erst bei 400 Zentimetern. Das Problem läuft genau andersherum: Je flacher der Fluss, desto schwerer haben es die flachen Fährschiffe. Wie lange eine Fährstelle bedient werden kann, hängt laut DVB vom Tiefgang des Bootes und vor allem vom Grund unter dem jeweiligen Anleger ab - und der liegt in Johannstadt inzwischen zu dicht unter dem Kiel.

Mit dem städtischen Wasserentnahmeverbot, das wegen der Dürre seit dem 24. Juni für Dresdens Bäche und Flüsse gilt, hat der Fährausfall allerdings nichts zu tun: Die Elbe ist als Bundeswasserstraße ausdrücklich davon ausgenommen. Für Fußgänger und Radfahrer heißt es trotzdem umsteigen – rund einen Kilometer flussaufwärts bringen die Straßenbahnlinien 6 und 13 über die Albertbrücke ans andere Ufer. Wann die „Johanna" wieder ablegt, entscheidet am Ende allein der Regen.

Elbhangfest: Zwei Dresdner Elbfähren fahren sogar länger

Kurios wird es ein Stück flussaufwärts. Dort, wo das Elbhangfest die Hänge zwischen Loschwitz und Pillnitz bespielt, setzen zwei weitere Elbfähren der DVB nicht nur weiter über - sie bleiben an diesem Wochenende länger im Dienst als sonst. Die Personenfähre Niederpoyritz–Laubegast und die Pillnitzer „Schloßfähre", Dresdens einzige Autofähre, fahren am Sonntag bis 22 Uhr.

Möglich macht das derselbe Fluss, der die „Johanna" ausbremst: An den Anlegern weiter östlich reicht das Wasser noch. So zeigt die Elbe an einem einzigen Nachmittag zwei Gesichter – Stillstand in der Stadt, Festbetrieb am Hang.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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