Dresden. Der Ausbau Dresdens zum zentralen Ausbildungsstandort im deutschen Frauenvolleyball wird konkret: Der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) hat die ersten Personalentscheidungen getroffen. Andreas Renneberg, bislang Bundesstützpunkttrainer in Dresden, wird Junioren-Bundestrainer; der Italiener Matteo Ingratta kommt als neuer Jugend-Bundestrainer an die Elbe. Beide arbeiten künftig am Standort Dresden - wenige Monate nach der Grundsatzentscheidung, die Nachwuchsförderung hier zu bündeln.
Warum gerade Dresden
Für den VC Olympia Dresden ist die Besetzung ein Etappenziel. „Unsere Vision bekommt Struktur, Personal und damit zunehmend Leben", sagt Vorstandschef Thomas Kettmann. Entscheidend sei, Bewährtes nicht aufzugeben: Der Standort sei „nicht trotz, sondern wegen" seiner gewachsenen Strukturen ausgewählt worden - der engen Verzahnung von Nachwuchsförderung, Bundesstützpunkt, Schule, Internat, Olympiastützpunkt und dem Übergang in den Profisport.
Dass das Modell trägt, zeigten die jüngsten Erfolge: U18 und U20 wurden Deutscher Meister, viele Dresdner Spielerinnen stehen in den Nachwuchs-Nationalmannschaften, und der VC Olympia hat sich mit einem jungen Team in der 2. Bundesliga Pro etabliert. Getragen wird das Projekt von einem breiten Bündnis aus DVV, Freistaat, Stadt, Olympiastützpunkt, Landesverband, Eliteschule des Sports, Dresdner SC und VC Olympia.
„Die eigentliche Arbeit beginnt erst"
Mit der neuen Rolle wachsen die Erwartungen. Christiane Fürst, Geschäftsführerin des VC Olympia und Leiterin des Bundesstützpunkts, sieht die nächste Phase gekommen: „Jetzt müssen wir die Strukturen mit Leben füllen." Kettmann dämpft trotz des Erfolgs die Euphorie: „Wir dürfen stolz auf das Erreichte sein, müssen aber gleichzeitig mit großer Demut an die nächsten Aufgaben gehen." Das langfristige Ziel benennt er offen - Athletinnen zu entwickeln, die eines Tages für Deutschland bei Europa- und Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen um Medaillen kämpfen.