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Der Platz, den Dresdens Kinder selbst entworfen haben

Haltestellenschild „Koreanischer Platz“ in Dresden, dem Veranstaltungsort für das Familienfest zur Eröffnung des Platzes der Kinderrechte.
Treffpunkt zur Eröffnung: Das Familienfest zur offiziellen Einweihung des „Platzes der Kinderrechte“ findet am Montag, den 1. Juni 2026, an der Haltestelle Koreanischer Platz statt. Foto: Thomas Wolf
Von: Cornelius de Haas
Drei Jahre Planung, Workshops, Graffitiwände und ein selbst gestaltetes Insektenhotel: In der Friedrichstadt entsteht ein Ort, an dem nicht über Kinder, sondern mit ihnen gebaut wurde. Zum Kindertag wird er nun offiziell eröffnet - inklusive Live-Graffiti und Hüpfkissen.

Dresden. Es ist ein Platz mit einer ungewöhnlichen Entstehungsgeschichte: Statt am Reißbrett von Stadtplanern entstand der „Platz der Kinderrechte" in der Dresdner Friedrichstadt gemeinsam mit denen, für die er gedacht ist. Am Montag, 1. Juni 2026, eröffnet ihn Oberbürgermeister Dirk Hilbert nun offiziell - passend zum Kindertag und mitten in einem großen Familienfest.

Kindertag in Dresden: Kinderschminken, Hüpfkissen und Live-Graffiti

Von 14 bis 18 Uhr lädt das Kinder- und Jugendbüro Dresden an der Haltestelle Koreanischer Platz zum Mitmachen ein. Kinder können sich schminken lassen, Taschen, Caps, Tassen und sogar Bienenhotels gestalten oder sich auf einem großen Airtramp-Hüpfkissen austoben. Für Essen und Trinken ist gesorgt.

Höhepunkt wird eine Live-Graffiti-Aktion – ein Format, das gut zum Ort passt: Schon in den Vorjahren hatten Hortkinder der 16., 103., 144. und 153. Grundschule den Platz gemeinsam mit dem Graffitikünstler Scyper und der Grafikerin Viola Lippmann gestaltet.

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Hinter dem Fest steht eine längere Geschichte – und ein erstaunlich demokratisches Vorgehen. Am 24. März 2023 beschloss der Stadtrat den Platz, anschließend zogen Kindergruppen durch die Stadt, um drei Kandidaten zu prüfen: den Johannstadtpark an der Dürerstraße, den Bereich rund um die Brunnenanlage „Flugwille des Menschen" an der Güntzstraße und die Spielfläche neben dem Skaterpark an der Löbtauer Straße in Friedrichstadt.

Am 20. November 2023, dem Internationalen Tag der Kinderrechte, gaben die jungen Dresdnerinnen und Dresdner ihre Stimmen ab. Das Ergebnis fiel klar aus: 83 Prozent entschieden sich für die Friedrichstadt – einen Ort mit zentraler Lage zwischen Bahnhof Mitte und Theater Junge Generation.

Was Kinder sich wünschen - und selbst planen

Im Frühjahr 2024 startete die zweite Beteiligungsphase: Diesmal arbeiteten 13 Kinder- und Jugendgruppen daran, was genau auf den Platz gehören soll. Ganz oben auf der Wunschliste standen mehr Spielgeräte, Blumen, Bäume und Sträucher, dazu Wasser, Möglichkeiten zur Tierbeobachtung, Sitzgelegenheiten, Schatten – und, ganz pragmatisch, Toiletten.

Im April 2024 stellten die Gruppen ihre Ideen vor Ort vor; schon beim Auftakt entstanden erste sichtbare Spuren – eine Graffitiwand und bunt bemalte Mülleimer. 2025 kamen feste Elemente hinzu: von Kindern gestaltete Kinderrechte-Tafeln, ein Insektenhotel sowie ein Material- und Bücherschrank.

Platz der Kinderrechte: Ein Ort mit doppelter Botschaft

„Hier wird sichtbar, dass ihre Ideen, Wünsche und Rechte in Dresden einen festen Platz haben", sagt Anke Lietzmann, Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt. Genau das soll am 1. Juni gefeiert werden – an einer Stelle, an der ohnehin schon Geschichte mit Kinderbeteiligung geschrieben wurde: Die angrenzende Spielfläche „Park in Sicht" entstand bereits 2011 in Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen aus dem Stadtteil.

Mit der offiziellen Eröffnung durch Oberbürgermeister Hilbert wird daraus jetzt ein Ort mit doppelter Botschaft: ein Spielplatz - und ein gebautes Bekenntnis dazu, dass Kinder in Dresden mitreden dürfen.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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