Von Bürgerjournalist Torsten Küllig
Vier, zwei, null: In dieser Reihenfolge werden derzeit die möglichen Varianten für den Wiederaufbau der Dresdner Carolabrücke in die politische Debatte eingebracht. Im Juni 2025 beschloss der Stadtrat den Ersatzneubau noch mit vier Fahrspuren für den motorisierten Individualverkehr. Die Grünen wollen diese Vorgabe inzwischen auf zwei Spuren reduzieren. Kurz vor der nächsten wichtigen Entscheidung am Donnerstag legt nun die vierköpfige PVP-Fraktion aus Piraten, Volt und der PARTEI die radikalste Forderung auf den Tisch: null reguläre Autospuren.
Gerade diese Abfolge macht den PVP-Antrag politisch interessant. Denn selbst wenn die Null-Spuren-Forderung keine Mehrheit findet, verändert sie den Maßstab der Debatte:
• Vier Fahrspuren erscheinen nun als autofreundliche Maximalposition.
• Null Fahrspuren bilden das entgegengesetzte Extrem.
• Zwei Fahrspuren wirken plötzlich wie der vernünftige Mittelweg.
Was bislang als deutliche Abkehr vom Stadtratsbeschluss kritisiert werden konnte, lässt sich dadurch als ausgewogener Kompromiss präsentieren. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Will die PVP tatsächlich eine Carolabrücke ohne regulären Autoverkehr – oder soll ihre Maximalforderung vor allem der Zweispuren-Lösung zur Mehrheit verhelfen?