Sie haben oft eine Leidensgeschichte hinter sich und gelten nun als schwer vermittelbar: In sächsischen Tierheimen häufen sich die Fälle von Tieren, die in ihrem Verhalten auffällig sind oder auch im verwahrlosten Zustand dorthin gebracht werden. Es ist gerade so, als wäre die angeblich so tierliebende deutsche Gesellschaft auf den Hund gekommen. «Der Prozentsatz der Tiere, die lange dableiben, der steigt», sagt Lutz Meißner, Abteilungsleiter Tierschutz im zuständigen Amt der Stadt Dresden.
Leute sollten genau überlegen, ob ein Tier in ihr Leben passt
Kritisch werde es vor allem, wenn Kinder im Haushalt sind und die Leute sich einen großen Hund im besten Alter über irgendeine Internetplattform beschafft haben, schildert Weißbach einen immer wiederkehrenden Fall. «Es wäre schön, wenn die Leute endlich wieder einmal über ihr Handeln nachdenken und wirklich genau überlegen, ob ein Tier in ihr Leben passt.»
«Es ist irgendwie alles extremer geworden, sowohl bei der Vernachlässigung von Tieren oder ihrer Misshandlung als auch bei Überbehütung», berichtet Ira Weißbach. Es gebe Menschen, die sich weder um sich noch um ihre Tiere kümmern können und verwahrlosen - das selbst aber nicht wahrnehmen.
«Die Konfrontation mit teilweise sehr erheblichen Vernachlässigungen von Tieren ist unsere fast tägliche Arbeitssituation», sagt Michael Sperlich, 1. Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Sachsen, der in Leipzig ein Tierheim leitet. Schon seit Jahren werde das Anspruchsdenken der Leute, die sich selbst als «Kunden» sehen, größer. Vor allem werde erwartet, dass die Heime die Gesundheit des Tieres garantieren, was objektiv nicht möglich sei.