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Luchs wandert aus dem Böhmerwald nach Sachsen ein

Luchs wandert aus dem Böhmerwald nach Sachsen ein
Durch Westsachsens Wälder streifen seit 2024 wieder Luchse. Jetzt kam ein Zuwanderer aus dem Böhmerwald dazu. (Archivbild) / Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Von: DieSachsen News
Er kam über die grüne Grenze und fühlt sich offenbar in Sachsen pudelwohl: Luchs Bardi aus dem Böhmerwald. Anhand von Fotos konnte er identifiziert werden.

Sachsens kleine Luchspopulation ist dank einer Zuwanderung aus Böhmen gewachsen. Nachdem die Raubkatze seit Anfang Februar mehrfach in der Gegend von Eibenstock in eine Fotofalle getappt war, wurde das Tier jetzt identifiziert, teilte das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mit. Laut tschechischer Nationalparkverwaltung handelt es sich um Bardi aus dem Böhmerwald. Seine unverwechselbare charakteristische Fleckenzeichnung habe bei einem Vergleich von Aufnahmen schnell zu diesem Ergebnis geführt.

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Bardi landete auf der Suche nach einem eigenen Revier in Sachsen

Der Luchs ist knapp zwei Jahre alt und wurde im Frühjahr 2024 im Böhmerwald geboren, hieß es. «Im Winter 2025 wanderte Bardi aus dem Territorium seiner Luchsmutter ab und machte sich auf die Suche nach einem eigenen Revier. Auf seiner Wanderung ins Westerzgebirge wurde er nur einmal im Sommer 2025 in der Region Klatovy südlich von Pilsen von Wildkamerafallen erfasst. Deshalb sind weder seine genaue Wanderstrecke noch die dabei zurückgelegten Kilometer bekannt», teilte das Landesamt mit. Die reine Luftlinie von der Geburtsregion des Luchses bis ins Westerzgebirge beträgt etwa 160 Kilometer.

Luchs aus dem Böhmerwald könnte Sachsens Population auffrischen

Der weiten Wanderung wird eine große Bedeutung für das sächsische Luchsprojekt zugewiesen. Denn Bardi trifft im Westerzgebirge auf die hier in den vergangenen Jahren ausgewilderten Luchse. Es sei sehr wahrscheinlich, dass Bardi mit dem Luchsmännchen Chapo um das Weibchen Alva konkurriert hat. Zwischen Februar und April ist Paarungszeit bei den Luchsen. Sollte sich Bardi dauerhaft im Westerzgebirge ansiedeln, könnte er die lokale, noch kleine und im Aufbau befindliche Population stärken.

Bisher sieben Luchse in Sachsen ausgewildert 

Nach Angaben des Landesamtes zählt die böhmisch-bayerisch-österreichische Luchspopulation zu den bedeutendsten in Mitteleuropa und spielt eine zentrale Rolle für die Vernetzung anderer europäischer Bestände. Sie wurde in den 1970er- und 1980er-Jahren im Rahmen von Wiederansiedlungsprojekten auf Basis weniger Tiere aus den Westkarpaten gegründet. Damit gehört Bardi derselben Unterart an wie die bisher in Sachsen ausgewilderten Luchse. 

Seit 2024 wurden in Sachsen sieben Luchse im Eibenstocker Forst ausgewildert, darunter die beiden Wildfänge Alva und Nova aus der Schweiz. Anton lebt nicht mehr, er wurde überfahren. Im Spätsommer 2026 sollen zwei weitere Luchse in die freie Wildbahn kommen.

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