Viele Menschen in Sachsen sorgen sich um die Pflege im Alter. Nach einer Befragung der DAK-Gesundheit gibt es in der Bevölkerung einen großen Vertrauensverlust in die Pflegeversorgung. Fast zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten bewerten die Situation derzeit als nicht oder gar nicht gut, teilte die Krankenkasse mit. 43 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung in den nächsten zehn Jahren. 90 Prozent fordern, dass die Pflege in Deutschland für alle bezahlbar werden müsse. Hohe Kosten für die Pflege im Heim werden als ein zentrales Problem benannt.
Mehrheit fordert staatliche Zuschüsse zur finanziellen Absicherung
Um die Finanzierung der Pflegeversicherung zukunftssicher zu machen, sieht die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Sachsen den Staat in der Pflicht: Mehr als die Hälfte der Befragten (60 Prozent) finden, es sei ausschließlich Sache des Staates und der gesetzlichen Pflegeversicherung, den Bedarf abzusichern. 58 Prozent vertreten die Meinung, dass Pflege mit staatlichen Zuschüssen oder Steuermitteln abzusichern ist. 47 Prozent halten eine Beitragserhöhung für vermögende oder gutverdienende Menschen für den richtigen Weg. Fast ebenso viele (43 Prozent) sind dafür, dass Vermögende im Pflegefall stärker an den Pflegekosten beteiligt werden.
Zahl der Pflegebedürftigen hat stark zugenommen
Auch die Barmer stellte am Mittwoch Zahlen zur Pflege vor. Demnach nahm die Zahl Pflegebedürftiger seit 2017 von 183.300 Betroffenen auf 341.500 im vergangenen Jahr zu. Nach Darstellung der Krankenkasse ist aber nur ein geringer Teil mit der Demografie erklärbar. Haupttreiber sei die Ausweitung des Begriffs der Pflegebedürftigkeit, die vor allem Menschen mit Demenz erstmals gleichberechtigt berücksichtige. Die Barmer fordert, Pflegeberufe attraktiver zu machen, um den wachsenden Personalbedarf zu decken. Pflege sollte für junge Leute ein Traumberuf sein, erklärte Barmer-Landeschefin Claudia Beutmann.
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