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Warum für diesen besonderen Gottesdienst ein britischer Reverend nach Dresden pendelt

Froschperspektive auf das dunkle Martin-Luther-Standbild aus Bronze vor der hellen Steinkuppel der Dresdner Frauenkirche unter einem blauen Himmel mit weißen Wolken.
20 Jahre gelebte Ökumene: Die Dresdner Frauenkirche feiert das Jubiläum ihrer anglikanischen Gottesdienste. Am 21. Juni 2026 lädt die Reihe zum festlichen Abendgottesdienst im Hauptraum ein. Foto: pixabay/modi74
Von: Dresden News
Jeden dritten Sonntag im Monat verwandelt sich die Dresdner Frauenkirche in eine ganz andere Welt. Dann wird die Liturgie englisch und die Gemeinde international. Zum 20-jährigen Jubiläum einer weltweit fast einzigartigen Reihe blicken wir hinter die Kulissen eines Formats, das einst durch ein historisches Friedensabkommen möglich wurde.

Dresden. Jeden dritten Sonntag im Monat tritt Reverend Ricky Yates in die Kanzel der Frauenkirche - und weiß nie genau, wer ihm gegenübersitzen wird. Dresdner, die seit Jahren kommen. Touristen, die zum ersten Mal überhaupt in der Kirche sind. Menschen aus Übersee, die zufällig in der Stadt sind. „Jede Gemeinde ist anders - und doch werden wir für diese Stunde zu einer Gemeinschaft", sagt der 74-jährige Brite, der für jeden Gottesdienst eigens aus Tschechien anreist, wo er seit vielen Jahren lebt.

Am 21. Juni feiert die Frauenkirche das 20-jährige Bestehen dieser Reihe. Seit 2006 wurden dort rund 225 Anglican Evening Services gefeiert - ein Format, das im deutschsprachigen Kirchenraum nach wie vor eine Besonderheit ist.

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Coventry, Meißen und eine Vereinbarung, die alles erst möglich machte

Dass ein anglikanischer Geistlicher überhaupt in einer evangelischen Kirche Gottesdienste halten kann, beruht auf einem Abkommen, das 1988 in Meißen geschlossen wurde: Die sogenannte Meißen-Erklärung erlaubt Geistlichen beider Traditionen, Aufgaben ihres Amtes auch in Partnerkirchen auszuüben – eine bis heute tragende Grundlage ökumenischer Zusammenarbeit.

Für die Frauenkirche kam ein weiterer Grund hinzu: die enge Verbindung zur Kathedrale in Coventry, die das Thema Frieden und Versöhnung teilt. Von Beginn an war es den Verantwortlichen wichtig, ein anglikanisches Format zu etablieren - obwohl von den weltweit rund 80 Millionen anglikanischen Christinnen und Christen nur einige Tausend in Deutschland leben.

Gelebte Ökumene: Vom Hauptraum bis in die Unterkirche

Das Angebot hat sich über die Jahre weiterentwickelt. Seit drei Jahren findet die anglikanische Liturgie auch einmal monatlich Eingang in die Reihe der Ökumenischen Abendgebete in der Unterkirche - ein Zeichen dafür, dass das Format längst kein Gastspiel mehr ist, sondern fester Bestandteil des geistlichen Lebens der Kirche.

Beim Jubiläumsgottesdienst am 21. Juni predigt Ricky Yates, Maria Noth von der Stiftung Frauenkirche übernimmt eine Lesung. An der Orgel sitzt Daniel Clark - er ist seit 2006 dabei und hat einen Großteil der Gottesdienste musikalisch gestaltet. Beginn ist um 18 Uhr im Hauptraum. Alle Interessierten sind eingeladen, egal ob langjährig verbunden oder zum ersten Mal in der Frauenkirche.

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