Im Erzgebirge ruht in stillgelegten Uranminen noch immer Grundwasser, das mit dem giftigen Schwermetall Uran belastet ist. Für Menschen ist Uran im Trinkwasser gefährlich. Forschende des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) haben nun eine überraschende Entdeckung gemacht. Bestimmte Bakterien können gelöstes Uran in eine stabile chemische Verbindung überführen. Das könnte langfristig dazu beitragen, das Gefährdungspotenzial belasteter Standorte zu verringern.
Uran landet in der Zellmembran
Für ihre Studie nutzten die Forschenden Grubenwasser aus einer rund 2.000 Meter tiefen, gefluteten Urangrube der Wismut GmbH im Erzgebirge. Im Labor mischten sie das Wasser mit Glycerin. Diese Substanz steckt in pflanzlichen und tierischen Fetten. Die Bakterien im Wasser nutzten das Glycerin als Nahrung, mit bemerkenswertem Effekt.
"Nach 130 Tagen waren in den Proben nur noch rund fünf Prozent des im Wasser gelösten Urans vorhanden", sagt Dr. Antonio M. Newman-Portela, ehemaliger Doktorand des HZDR und der Universität Granada in Spanien. Die Forschenden vermuteten, dass die Bakterien das Uran in ihre Zellmembran eingebaut hatten. Tatsächlich wiesen sie das Schwermetall dort nach.