Datenbrillen und erweiterte Realität – diese Technologien sind immer weiter auf dem Vormarsch. In Dresden arbeiten Forschende daran, sie alltagstauglich zu machen. Ihr neuestes Bauteil ist ein Bildschirm, nur wenige Zentimeter groß.
Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden haben ein sogenanntes 2K-OLED-Mikrodisplay entwickelt. OLED steht für eine Technik, die auch in modernen Fernsehern und Smartphones steckt. Organische Materialien senden dabei Licht aus, sobald Strom angelegt wird. Jeder einzelne Bildpunkt leuchtet selbst, ohne Hintergrundbeleuchtung. Das macht Bilder besonders scharf, kontrastreich und hell. "Mikrodisplay" heißt schlicht, dass der Bildschirm sehr klein ist, gerade mal 2,7 Zentimeter Diagonale. Trotzdem zeigt er rund vier Millionen Bildpunkte.
Einfacher einbauen, schneller nutzen
"Neben der erweiterten Ansteuermöglichkeit der Pixel in einem weiten Dynamikbereich kann das Display über eine chipintegrierte LVDS-Schnittstelle angesteuert werden, was die Anzahl der benötigten Leitungen reduziert", erklärt Philipp Wartenberg, Abteilungsleiter IC- & System-Design am Fraunhofer IPMS. Eine LVDS-Schnittstelle ist eine Art schnelle, rauscharme Datenverbindung. Wartenberg betont, dass trotzdem Bildwiederholraten von bis zu 120 Bildern pro Sekunde möglich seien.
Das gesamte Modul braucht nur eine einzige Stromversorgung. Alle nötigen Spannungen erzeugt es selbst. Das macht den Einbau in bestehende Geräte deutlich einfacher. Für Hersteller von Datenbrillen oder medizinischen Geräten, die solche Displays nutzen wollen, wäre das ein Vorteil.