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Neue Technik für sichere Verschlüsselung aus Dresden

Zufall aus der Quantenwelt: Dr. Alexander Noack und der Q-Dice-Prototyp. Der soll Verschlüsselung sicherer machen.
Dr. Alexander Noack mit dem Q-Dice-Demonstrator. Das Gerät erzeugt echte Zufallszahlen aus Quanteneffekten – für sichere Verschlüsselung. © Fraunhofer IPMS
Von: Wissensland
Echte Zufallszahlen sind das Herzstück jeder sicheren Verschlüsselung. Forschende am Fraunhofer IPMS in Dresden haben mit Q-Dice einen Generator entwickelt, der Zufall direkt aus der Quantenphysik gewinnt. Das erschwert Hackerangriffe auf Passwörter und Bankdaten deutlich.

Jedes Mal, wenn jemand online einkauft, eine Nachricht verschlüsselt oder sich in ein System einloggt, arbeitet im Hintergrund ein Zufallszahlengenerator. Er erzeugt die geheimen Schlüssel, mit denen Daten geschützt werden. Doch viele dieser Generatoren für Verschlüsselung folgen letztlich einem Algorithmus, also einer Rechenvorschrift. Und was berechnet werden kann, kann im Zweifel auch vorhergesagt oder geknackt werden.

Forschende am Dresdner Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS haben dafür eine Lösung entwickelt. Sie heißt Q-Dice und nutzt die Gesetze der Quantenphysik, um Zufallszahlen zu erzeugen, die nicht auf berechenbaren Algorithmen beruhen und deshalb als besonders sicher gelten.

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Zufall aus dem Nichts und wie er funktioniert

Die Grundlage von Q-Dice sind sogenannte Quanten-Vakuumfluktuationen. Das klingt kompliziert, ist aber im Kern ein faszinierendes Naturphänomen. Selbst in einem völlig leeren Raum herrscht auf der kleinsten Skala ständige, zufällige Bewegung. Diese Vorgänge lassen sich selbst mit vollständigem Wissen über das System nicht vorhersagen. Genau darin liegt ihr Wert für die Verschlüsselung.

Genau dieses Rauschen aus dem Nichts misst Q-Dice und wandelt es in Zufallszahlen um. Mit einer Geschwindigkeit von mehr als 4 Gigabit pro Sekunde. In zehn Sekunden entsteht dabei eine Datenmenge in der Größenordnung einer DVD. Das reicht aus, um auch große IT-Systeme dauerhaft mit Zufallszahlen für sichere Verschlüsselungsverfahren zu versorgen.

"Mit Q-Dice machen wir hochwertige Quanten-Zufälligkeit praktisch nutzbar und zugänglich", sagt Dr. Alexander Noack, Bereichsleiter Data Communication & Computing am Fraunhofer IPMS. Die Qualität der erzeugten Zahlen wurde mit international anerkannten Testverfahren geprüft, darunter Standards des deutschen Bundesamts für Informationssicherheit (BSI).

Für Rechenzentren und die Cloud

Q-Dice kann auf unterschiedliche Weise eingesetzt werden. Die Forschenden haben das System sowohl als Gerät für Rechenzentren als auch für Anwendungen entwickelt, die über das Internet darauf zugreifen. Dadurch lässt sich die Technologie in verschiedene digitale Systeme einbinden.

Das Fraunhofer IPMS entwickelte alle wichtigen Bestandteile selbst – von der Erzeugung der Quantensignale bis zur Verarbeitung der Zufallszahlen. So konnten die Forschenden jeden Schritt genau kontrollieren und die Qualität der erzeugten Daten überprüfen.

Nun soll untersucht werden, wie sich die Technologie in der Praxis nutzen lässt. Mögliche Einsatzgebiete sind die Verschlüsselung von Daten, sichere Kommunikationssysteme oder digitale Zugänge, bei denen ein besonders hoher Schutz vor Angriffen erforderlich ist.

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