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Deepfakes werden alltäglich – das Misstrauen wächst

Bilder über Bilder – doch welche sind echt? Deepfakes, also KI-generierte Fälschungen, sind heute kaum noch zu erkennen.
Eine Flut von Bildern, ein wachsendes Problem: Deepfakes verbreiten sich rasant auf Social-Media-Plattformen. © pixabay/Simon
Von: Wissensland
Deepfakes, also KI-erzeugte Fälschungen von Bildern, Videos und Stimmen, sind in der Mitte des Alltags angekommen. Das zeigt eine neue Studie der Universität Leipzig. Doch das Wissen darüber wächst langsamer als die Technologie. Was das für unser Vertrauen in Medien bedeutet und wie wir uns schützen können.

Der Papst in einer weißen Designer-Daunenjacke. Donald Trump bei einer angeblichen Verhaftung. Beide Bilder gingen um die Welt und beide waren nicht echt. Sogenannte Deepfakes, die mithilfe Künstlicher Intelligenz erzeugt werden, sind längst kein Kuriosum mehr. Eine Studie der Universität Leipzig zeigt nun: Mit ihrer Verbreitung wächst auch das Misstrauen gegenüber echten Bildern und Videos.

Forschende der Universität Leipzig haben im Sommer 2025 rund 1.300 Internetnutzer in Deutschland befragt. 2022 gaben noch gut drei Viertel der Befragten an, noch nie bewusst einen Deepfake gesehen zu haben. Bei der Befragung im vergangenen Jahr waren es nur noch rund 27 Prozent. Gefälschten Inhalten begegnen Nutzer vor allem auf Instagram, Facebook, YouTube und TikTok.

"Was lange als Kuriosität galt, ist heute Teil der normalen Mediennutzung", sagt Prof. Dr. Alexander Godulla, einer der beiden Projektleiter des "Deepfake-Projekts" am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Uni Leipzig.

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Das Vertrauen schwindet

Das Wissen über Deepfakes wächst zwar langsam, aber die Technologie ist schneller. Nur etwa ein Viertel der Befragten traut sich zu, einen Deepfake mit bloßem Auge zu erkennen. Und das hat Folgen. "Deepfakes untergraben das Medienvertrauen – und zwar unabhängig davon, ob jemand selbst je auf einen hereingefallen ist", erklärt Godulla. Die eigentliche Herausforderung sei nicht, dass Menschen gelegentlich auf Fälschungen hereinfallen. Sondern dass sie dem Echten nicht mehr trauen.

Mit der Verbreitung wächst also nicht nur das Wissen über Deepfakes, sondern auch die Unsicherheit darüber, welchen Bildern und Videos überhaupt noch vertraut werden kann.

Auffällig ist zudem eine Fehleinschätzung vieler Befragter. Fast drei Viertel der Befragten glauben, politische Deepfakes gesehen zu haben. Deutlich weniger Menschen gehen davon aus, schon einmal pornografische Deepfakes gesehen zu haben, obwohl diese nach bisherigen Untersuchungen wesentlich häufiger vorkommen. Seit Erfindung der Fotografie seien wir darauf konditioniert, einem Bild zu glauben, sagt Godulla. "Diese Selbstverständlichkeit bricht gerade weg."

Was jetzt hilft – und was nicht

Wer prüfen will, ob ein Bild oder Video gefälscht ist, sollte laut den Forschenden auf drei Dinge achten. Erstens das eigene Bauchgefühl hinterfragen: Inhalte, die das eigene Weltbild besonders stark bestätigen, verdienen einen zweiten Blick. Zweitens technische Details, etwa Übergänge zwischen Gesicht und Körper, Haaransätze oder fehlende Lichtreflexe in den Augen. Drittens die Quelle prüfen: Lässt sich das Bild oder Video zu einem Originaltext zurückverfolgen?

"Die verlässlichste Prüfung ist nicht das Hinsehen, sondern das Nachrecherchieren", sagt Hoffmann. Gesellschaftliche Stärke gegen Manipulation entstehe nicht durch blindes Misstrauen. Es brauche "intellektuelle Bescheidenheit – das Eingeständnis, dass auch ich mich täuschen kann". Und es brauche starke Institutionen. Glaubwürdigen Journalismus und Medienbildung, die früh ansetzt, gerade bei Kindern und Jugendlichen.

Die Herausforderung besteht künftig nicht nur darin, Fälschungen zu erkennen. Ebenso wichtig wird es sein, das Vertrauen in verlässliche Informationen zu erhalten.


Originalpublikation:
Bendahan Bitton, D., Godulla, A., & Hoffmann, C. P. (2026). Deepfakes und synthetische Medien in der (digitalen) Öffentlichkeit: Zwischen Wissensdefiziten, Risikowahrnehmung und Akzeptanz. Universität Leipzig.

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