Vom gefeierten Fußball-Star zum angeblichen Staatsverräter: Gerd Weber hat in der DDR vom Olympiagold bis zum Haftinsassen Ruhm und Abgrund erlebt. Nach 33 Jahren in der DDR und 37 in der Bundesrepublik will er die Vergangenheit ruhen lassen. «Irgendwann muss der Deckel drauf sein. Ich schaue jetzt nach vorn. Jeder Gedanke, der zurückgeht, ist ein vertaner Gedanke. Man kann eh nichts mehr besser machen», sagte Weber der Deutschen Presse-Agentur vor seinem 70. Geburtstag, den er am 31. Mai begehen wird.
Seinen Ehrentag wird der ehemalige Staatsamateur am Sonntag im kleinen Familienkreis mit Frau, Tochter und Schwiegersohn sowie den beiden Enkeln in einem Wellness-Hotel im Schwarzwald feiern. Er sei kein Feierbiest - wie man heute sagen würde. Dabei steht neben seinem 70. Geburtstag ein weiteres großes Jubiläum an.
Vor einem knappen halben Jahrhundert - am 31. Juli 1976 - wird Weber mit der DDR-Nationalmannschaft Olympiasieger in Montreal, auch wenn er als jüngstes Kadermitglied das Finale aufgrund einer Verletzung von der Bank aus miterleben muss. Ein paar Tage später holt der damals 20-Jährige sein Abiturzeugnis als Goldmedaillengewinner ab.