Die sächsische Wissenschaft muss sich angesichts einer angespannten Kassenlage im Freistaat auf schwierige Zeiten einstellen. «Wir stehen vor der Aufgabe, unsere breit aufgestellte Wissenschaftslandschaft mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen auf diesem Niveau zu erhalten und gleichzeitig ausgewählte Bereiche weiter nach vorn zu bringen. Kurzum: Strukturen erhalten, Schwerpunkte stärken», sagte Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Der Fokus richte sich auf Bereiche wie zum Beispiel Halbleiter, Materialforschung und Biotechnologie, in denen Sachsen bereits große Kompetenzen besitze.
Hochschulen haben vergleichsweise gute Planungssicherheit
Gemkow zufolge besitzen die sächsischen Hochschulen eine vergleichsweise gute Planungssicherheit. «Mit der Zuschussvereinbarung haben sie als stärkste Säule ihrer Ressourcen bis 2032 eine klar vereinbarte Summe für die Grundfinanzierung. Das ist in finanziell angespannten Zeiten nicht selbstverständlich.» Darüber könnten die Hochschulen noch über flexible Mittel wie Sonderzuweisungen und Budgets verfügen, die aber an bestimmte Ziele gebunden sind. «Diese Mittel betreffen nicht die Grundfinanzierung, wurden in der Vergangenheit oft auch für den laufenden Betrieb verwendet. Unklar ist, ob diese Spielräume auch künftig zur Verfügung stehen.»
Laut Gemkow führt das schon heute zu finanziellem Druck bei den Hochschulen. «Natürlich warten wir alle mit Bangen darauf, wie der künftige Haushalt aussehen wird.» Nach der jüngsten Haushaltsklausur stünden Einsparungen im sächsischen Doppelhaushalt von rund 2,9 Milliarden Euro zu Buche. «In den vergangenen Jahren hatten wir eine finanzielle Entwicklung, die nur ein 'Aufwärts' kannte. Jetzt stehen wir alle gemeinsam vor einer neuen Situation und müssen damit umgehen.» Die Hochschulen hätten für den aktuellen Doppelhaushalt 2025/2026 bereits in ihre Rücklagen gegriffen und dort verfügbare Mittel verausgabt. «Jetzt geht es ans Eingemachte.»