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Darum tritt der Freie Wähler-Chef Weidinger zurück

Darum tritt der Freie Wähler-Chef Weidinger zurück
Thomas Weidinger hat seinen Rücktritt als Vorsitzender der Freien Wähler in Sachsen erklärt (Archivbild). / Foto: Robert Michael/dpa
Von: DieSachsen News
Freie Wähler-Chef Thomas Weidinger wirft in Sachsen das Handtuch. Er will damit einen Generationswechsel an der Spitze einleiten. Allerdings ist er auch enttäuscht über mangelnde Unterstützung.

Thomas Weidinger ist als Vorsitzender der Freien Wähler (FW) in Sachsen zurückgetreten. Bis zur Wahl eines neuen Vorsitzenden liege die Führung der Partei nun bei seinen beiden Stellvertretern Matthias Binner und Madelaine Vogt, sagte Weidinger der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Nach fünf Jahren an der Spitze, zwei Bundestagswahlen und einer verlorenen Landtagswahl sei aus seiner Sicht der Zeitpunkt gekommen, dass neue Köpfe mit neuen Ideen Verantwortung übernehmen.

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Zu wenig Rückhalt aus der Basis

In einem Schreiben an die Mitglieder zeigt sich Weidinger enttäuscht über zu geringe Unterstützung aus den FW-Vereinen, Kreistagsfraktionen und Kreisverbänden. Das Verhalten einiger kommunaler Akteure schwäche nicht nur die Landesvereinigung, sondern schade der gesamten politischen Handlungsfähigkeit der Freien Wähler in Sachsen. «Ein 'Rosinenpicken' – kommunal profitieren, aber landespolitisch auf Distanz gehen – kann und darf auf Dauer kein Modell sein. Hier braucht es endlich Klarheit, Verlässlichkeit und ein Mindestmaß an Solidarität innerhalb unserer eigenen Strukturen.»

«Kein positives Bild» auf Bundesebene

Auch auf Bundesebene zeige sich bei den FW kein positives Bild, erklärte Weidinger. «Das Einknicken von Hubert Aiwanger und seiner bayerischen Landtagsfraktion im Zusammenhang mit der Schuldenbremse hat dem Ansehen der Freien Wähler – auch in Sachsen – spürbar geschadet. Statt nach dem schwachen Ergebnis der vergangenen Bundestagswahl zügig einen klaren bürgerlich-konservativen Kurs einzuschlagen und den Mut zu haben, auch unbequeme Themen offen anzusprechen, verharrt man in unverbindlichen Allgemeinplätzen.» So entstehe weder Vertrauen noch politische Relevanz. «Wer nicht bereit ist, auch einmal Gegenwind auszuhalten, wird weder Profil noch Wahlen gewinnen.»

Weidinger sieht Chancen nur mit klarem konservativem Profil

Das alles sei nur ein Ausschnitt der aktuell schwierigen Lage der Partei. «Aus meiner Sicht haben wir nur dann eine realistische Perspektive, wenn wir uns ein klares konservatives Profil geben und ein politisches Angebot entwickeln, das über die rein kommunale Ebene hinausgeht.» Weidinger kündigte für den 13. Juni einen Landesparteitag in Chemnitz an.

Die Freien Wähler, die traditionell in den Kommunen mit Wählervereinigungen stark sind, erhielten bei der Landtagswahl im Freistaat 2024 nur 2,2 Prozent der Zweitstimmen. Weil ihr Kandidat Matthias Berger ein Direktmandat gewann, sind sie dennoch im Parlament vertreten. Nach eigenen Angaben haben die FW in Sachsen 120 Mitglieder.

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