Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) hat schwere Versäumnisse in der früheren Bildungspolitik des Freistaates eingeräumt. «Wir müssen aber so ehrlich sein – 25 Jahre später – und auch offen zugestehen: Wir haben uns damals verrechnet und wir haben Fehler gemacht. Wir haben die Schulen zu rigid geschlossen», sagte er in einer Fachregierungserklärung im Landtag. Er verwies auf eine Zeit, als in Sachsen wegen drastisch gesunkener Schülerzahlen viele Schulen dichtmachten, kein Personal mehr eingestellt wurde und Lehrer in Zwangsteilzeit gehen mussten.
Clemens: Unterrichtsausfall ist große Ungerechtigkeit
Clemens ging auch auf die aktuellen Probleme der Schulen ein – Stundenausfall und Lehrermangel. «Wir haben weiterhin eine große Ungerechtigkeit in Sachsen. Das ist der Unterrichtsausfall.» Der sei leider sehr unterschiedlich verteilt. «Wir haben in den großen Städten Dresden und Leipzig viel weniger Unterrichtsausfall als in den kleinen Städten, im ländlichen Raum.» Zudem gebe in den Grundschulen und Gymnasien weniger Ausfall als in den Oberschulen und Förderschulen.
Maßnahmenpaket zeigt laut Minister Wirkung
Das vor einem Jahr aufgelegte Maßnahmenpaket zeigt nach Ansicht von Clemens Wirkung. Nach zehn Jahren mit steigendem Unterrichtsausfall sei jetzt zum ersten Mal eine Trendwende erreicht und weniger Unterricht ausgefallen. Dennoch sei der planmäßige und außerplanmäßige Stundenausfall von rund neun Prozent noch viel zu hoch. In den vergangenen 25 Jahren seien es «Millionen Stunden», die in Sachsen ausgefallen sind.