Nach dem deutlichen Rückgang der Asylsuchenden in Sachsen ist auch die Zahl der Unterkünfte geschrumpft. Bis Ende August verfügte der Freistaat über eine Regelkapazität von 3.355 Plätzen, wie das Innenministerium auf Anfrage mitteilte. Seit Mai 2025 wurden demnach 850 Plätze abgebaut. Derzeit sind 1.477 Plätze belegt. Zu den Hochzeiten waren es bis zu 10.000 Plätze in den Aufnahmeeinrichtungen des Freistaates. Die Zahl der nach Sachsen gekommenen Asylsuchenden hatte sich im Vorjahr zum zweiten Mal in Folge halbiert. Laut Innenministerium waren im Jahr 2025 5.189 Asylbewerber registriert, 2024 waren es noch 10.120 und 2023 noch 23.120. Die Statistik enthält nicht die Zahl der Menschen, die vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine Schutz suchten. 2025 betraf das 5.942 Frauen, Kinder und Männer, im Jahr zuvor waren es 1.912. Zudem stieg die Zahl der freiwilligen Ausreisen von abgelehnten Asylbewerbern. Sie lag im Vorjahr in Sachsen bei 1.588 und war damit so hoch wie noch nie. Am 1. Juli hatte in Sachsen ein Sekundärmigrationszentrum in Dresden den Betrieb aufgenommen. Dort werden Personen untergebracht, die in einen anderen EU-Mitgliedstaat zurückzuführen sind, weil Deutschland für deren Asylverfahren nicht zuständig ist. Die Dauer der Unterbringung in der Einrichtung mit 400 Plätzen beträgt den Angaben zufolge höchstens 24 Monate, bei Familien mit minderjährigen Kindern maximal 12 Monate. Durch den Rückgang der Asylbewerber ist auch die Zahl der Plätze und Unterkünfte in kommunaler Hand zumeist zurückgegangen. In Leipzig waren im März dieses Jahres 4.613 Plätze belegt, ein Jahr zuvor waren es noch 5.654, wie die Stadt mitteilte. Gut 2.500 davon waren länger als ein Jahr, 1.559 mehr als zwei Jahre belegt. In den kommenden Jahren werden weiterhin Unterkünfte geschlossen, wie die Stadt Leipzig weiter mitteilte. Zum einen liefen die Mietverträge aus, zum anderen werden Gebäude anderweitig genutzt. In Dresden sind derzeit 3.641 Menschen im Kontext Flucht und Asyl in Einrichtungen untergebracht, wie die Stadt mitteilte. Der Höchststand war im März 2024 mit 4.455 Menschen erreicht. Im Verlauf des vergangenen Jahres wurden zahlreiche Gemeinschaftsunterkünfte geschlossen. Der Bestand an der Unterbringungskapazität sei seitdem um weitere 900 Plätze reduziert worden, so dass das Sozialamt aktuell noch über zwölf Übergangswohnheime und 1.001 Wohnungen verfüge, hieß es weiter. Ende 2025 hatte die Landeshauptstadt die letzten Asylunterkünfte, die in Containerbauweise errichtet worden waren, geschlossen. Grund waren demnach die deutlich zurückgegangenen Flüchtlingszahlen. Auch in Chemnitz wurden in der Vergangenheit immer wieder die Kapazitäten angepasst. Die Unterbringungsplätze werden entsprechend der notwendigen Bedarfslage und bestehender vertraglicher Möglichkeiten vorgehalten, wie es auf Anfrage hieß. Derzeit sind in der drittgrößten Stadt des Freistaates 730 Menschen in Gemeinschaftsunterkünften und angemieteten Wohnungen untergebracht. Um den Jahreswechsel 2024 waren es 1.670 Menschen. Sinkende Zahlen von Asylsuchenden führten aber nicht unmittelbar zu einem gleich starken Rückgang der unterzubringenden Menschen, betonte der Leiter des Ordnungs- und Ausländeramt im Landratsamt des Vogtlandkreises, Jens Mittenzwey. Maßgeblich seien neben den Zu- und Abgängen auch die bestehenden Fallzahlen, Statusänderungen sowie die weitere Entwicklung der Ausreise- und Rückkehrprozesse. So sind die Zahlen der untergebrachten Menschen im Vogtlandkreis auch nur moderat zurückgegangen. Im Juli 2026 waren 1.565 Menschen untergebracht, ein Jahr zuvor waren es gut 50 mehr. Die Kapazitäten würden aber schrittweise angepasst. So sei geplant, die letzte größere zentrale Einrichtung mit rund 350 Plätzen zeitnah zu schließen. Auch im Landkreis Bautzen wurden bereits einige Einrichtungen geschlossen. Dort sind derzeit 582 Menschen untergebracht, vor einem Jahr waren es noch 1.745, wie das Landratsamt mitteilte. Geschlossen wurde in diesem Jahr unter anderem das als Flüchtlingsunterkunft genutzte Spreehotel in Bautzen. Dieses war seit 2014 Asylunterkunft. Die Umwandlung des Hotels hatte für Proteste in der Region gesorgt. Zudem hatte es mehrere Brandanschläge auf das Gebäude gegeben. Nach Angaben des Landkreises war die Unterkunft 2017 aufgrund sinkender Zuweisungszahlen geschlossen worden. Im Jahr 2022 mietete der Landkreis das Spreehotel erneut als Unterkunft für Geflüchtete an, da die Asylzahlen damals wieder stiegen. Lediglich im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist die Zahl der untergebrachten geflüchteten Menschen auf einem nach wie vor hohen Niveau. Laut Landratsamt sind in den fünf Gemeinschaftsunterkünften und rund 430 Wohnungen derzeit 1.968 Menschen untergebracht. Der höchste Wert lag demnach im Jahr 2023 bei 2.517 Menschen. Der Bedarf werde fortlaufend geprüft und angepasst. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenMehr freiwillige Ausreisen
Auch in den Kommunen Abbau von Einrichtungen
Kapazitäten werden dem Bedarf angepasst
Flüchtlingsunterkunft Spreehotel wurde geschlossen