Die sächsische Wohnungswirtschaft ist noch immer mit Altschulden aus DDR-Zeiten in Höhe von gut einer Milliarde Euro belastet. Davon entfallen 596 Millionen Euro auf die Unternehmen des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft und 435 Millionen auf die Wohnungsgenossenschaften, ergab eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Juliane Nagel (Linke). Die Linksfraktion fordert vom Bund und Sachsen eine Initiative zur Entschuldung.
Linke sehen Ungerechtigkeit
«Auch 36 Jahre nach der staatlichen Einheit bleiben Ungerechtigkeiten. Dazu gehören die Altschulden der kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen im Osten», so Nagel. Sie seien durch einen «beispiellosen Akt der Bereicherung westdeutscher Banken» entstanden. «Bis heute verhindern diese Altlasten Investitionen, und im schlimmsten Fall muss Wohnraum privatisiert werden.» Seit 2010 habe die öffentliche Hand im Freistaat mindestens 3.000 kommunale Wohnungen verloren.