Das Elbsandsteingebirge rückt als Paradies für Moose auch für Wissenschaftler in den Fokus. Nach Angaben der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz wachsen hier rund 500 Moosarten auf engstem Raum – und damit mehr als anderswo in Deutschland. Die schattigen, kühlen Schluchten böten den feuchtigkeitsliebenden Pflanzen gute Bedingungen. Als Beispiel wurde etwa der Uttewalder Grund genannt, ein beliebter Wanderweg.
Leuchtmoos macht sich selbst Licht
Frank Müller, Botaniker an der Technischen Universität Dresden, gilt als Moos-Experte und untersucht unter anderem das sogenannte Leuchtmoos. Seinen Angaben zufolge kommt es in der Natur gar nicht so selten vor, ist aber nur schwer zu entdecken. Im Gegensatz zu anderen Arten bilde es einen haarfeinen Vorkeim aus, in dem kugelförmige Zellen das verfügbare Umgebungslicht wie ein Prisma sammeln und gebündelt abstrahlen – auf jene Teile der Pflanze, mit denen das Moos Photosynthese betreibt.
«Es macht sich sozusagen selbst Licht. Dank dieses Tricks hat sich Leuchtmoos überall in den dunkelsten Ecken seine Nischen geschaffen, in die andere Pflanzen nie vordringen», beschrieb die Nationalparkverwaltung das Phänomen. Aber auch echte Raritäten wie das Lebermoos seien im Uttewalder Grund zu finden. Es komme in Deutschland nur hier vor – und dann erst wieder in den österreichischen Alpen, in Skandinavien und auf den Britischen Inseln.