Sachsens kleine Luchspopulation ist dank einer Zuwanderung aus Böhmen gewachsen. Nachdem die Raubkatze seit Anfang Februar mehrfach in der Gegend von Eibenstock in eine Fotofalle getappt war, wurde das Tier jetzt identifiziert, teilte das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mit. Laut tschechischer Nationalparkverwaltung handelt es sich um Bardi aus dem Böhmerwald. Seine unverwechselbare charakteristische Fleckenzeichnung habe bei einem Vergleich von Aufnahmen schnell zu diesem Ergebnis geführt.
Luchs aus dem Böhmerwald könnte Sachsens Population auffrischen
Der weiten Wanderung wird eine große Bedeutung für das sächsische Luchsprojekt zugewiesen. Denn Bardi trifft im Westerzgebirge auf die hier in den vergangenen Jahren ausgewilderten Luchse. Es sei sehr wahrscheinlich, dass Bardi mit dem Luchsmännchen Chapo um das Weibchen Alva konkurriert hat. Zwischen Februar und April ist Paarungszeit bei den Luchsen. Sollte sich Bardi dauerhaft im Westerzgebirge ansiedeln, könnte er die lokale, noch kleine und im Aufbau befindliche Population stärken.
Bisher sieben Luchse in Sachsen ausgewildert
Nach Angaben des Landesamtes zählt die böhmisch-bayerisch-österreichische Luchspopulation zu den bedeutendsten in Mitteleuropa und spielt eine zentrale Rolle für die Vernetzung anderer europäischer Bestände. Sie wurde in den 1970er- und 1980er-Jahren im Rahmen von Wiederansiedlungsprojekten auf Basis weniger Tiere aus den Westkarpaten gegründet. Damit gehört Bardi derselben Unterart an wie die bisher in Sachsen ausgewilderten Luchse.
Seit 2024 wurden in Sachsen sieben Luchse im Eibenstocker Forst ausgewildert, darunter die beiden Wildfänge Alva und Nova aus der Schweiz. Anton lebt nicht mehr, er wurde überfahren. Im Spätsommer 2026 sollen zwei weitere Luchse in die freie Wildbahn kommen.
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten