Die Sache mit den endlosen weiten Tulpenfeldern und der schmucken Windmühle im Hintergrund, natürlich alles vor strahlendblauem Himmel: das haben die Holländer irgendwann einmal erfunden, denke ich. Die Tulpenfelder waren nämlich bei unserem Besuch endlich, die Windmühle stand ganz woanders und hatte gar keine Flügel. Und der Himmel? Meist Niederländischgrau statt preußischblau.
Unser Reiseführer hatte eine Straße quer durch die Felder versprochen, links und rechts nichts als Tulpenfelder. Links aber standen meistens Häuser, manchmal sogar nette. Rechts waren auch Häuser, und nur hin und wieder sahen wir den Hauch eines Tulpenfeldes. Aber von wegen Blüten! Hier machen sie – außerhalb von touristischen Orten wie dem Keukenhof, der sich das aber mit Eintritt recht ordentlich bezahlen lässt – hier also machen sie gar nicht auf Tourismus, sondern betreiben Gartenbau und Landwirtschaft. Und da werden die Blüten der Tulpen zur besseren Zwiebelvermehrung abgeschnitten. Will heißen: Viele Felder sind grün.