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„Mind the Gap!“ – aber anders: Dresdens Kunst-Trick

„Mind the Gap!“ – aber anders: Dresdens Kunst-Trick
Das Residenzschloss Dresden beherbergt mehrere Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden / Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Von: DieSachsen News
Die Staatlichen Kunstsammlungen mit ihren reichen Beständen fühlen sich dem Künstlernachwuchs verpflichtet. Die Ausstellungsreihe «Mind the Gap!» ist mehr als ein Lückenfüller.

Mit dem Hinweis «Mind the Gap!» werden an Londoner U-Bahn-Stationen Fahrgäste vor der Lücke zwischen Bahnsteig und einfahrender Bahn gewarnt. Bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) bekommt der Warnruf jedoch eine andere Bedeutung. Unter dem Motto «Akzent – Mind the Gap!» geht es um eine Lücke, die der künstlerische Nachwuchs in den Umbaupausen zwischen Ausstellungen füllen soll. Im Kupferstich-Kabinett im Residenzschloss übernimmt das derzeit der Fotograf Robert Vanis – noch bis Ostermontag.

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Dialog von jungen Künstlern mit alten Meistern 

Durch die Kooperation mit der Hochschule der Bildenden Künste (HfBK) seien in den vergangenen fünf Jahren bereits sieben sehr unterschiedliche Präsentationen entstanden, erklärt die Direktorin des Kupferstich-Kabinetts, Stephanie Buck. Im Mittelpunkt stehe der Dialog zwischen jungen Künstlerinnen und Künstlern und der Sammlung. Zusammen mit Kuratoren der SKD werden Werke ausgewählt und im Studiensaal des Kupferstich-Kabinetts mit eigenen Arbeiten in Vitrinen und an den Wänden gezeigt.

Nachwuchs kann im Kupferstich-Kabinett aus dem Vollen schöpfen

Der Nachwuchs kann dabei aus dem Vollen schöpfen. Denn das Kupferstich-Kabinett bewahrt mit mehr als einer halben Million Zeichnungen, Druckgrafiken und Fotografien vom Mittelalter bis heute Werke bedeutender Meister wie Dürer, Rembrandt, Toulouse-Lautrec oder Baselitz. Für die Absolventen der HBFK sei es eine große Freude, dort ausstellen zu dürfen, sagt Robert Vanis. Er erinnere sich noch gut an seine erste Begegnung mit Originalen im Studiensaal des Kabinetts. 

Brücke zwischen Kunst der Gegenwart und Vergangenheit

Direktorin Buck betont, dieser Ort sei für alle offen, kostenfrei zugänglich und «ein wirklich großzügiges und demokratisches Angebot der SKD». Gerade jungen Menschen und Künstlern die Sammlung zu öffnen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, gehöre zum Selbstverständnis des Hauses. Auch für das Kupferstich-Kabinett sei «Mind the Gap!» eine große Bereicherung. Das Format ermögliche es, die eigene Sammlung aus der Perspektive junger zeitgenössischer Künstler zu betrachten und eine Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu schlagen. 

Für seine Ausstellung hat Robert Vanis das Foyer des Studiensaals in rotes Licht getaucht. Damit will er das Gefühl erzeugen, eine Dunkelkammer zu betreten – seit 170 Jahren ein zentraler Arbeitsort für Fotografen. In der Schau sind ebenso fotografische Manipulationen zu sehen, die glaubwürdig wirken, wie Realitätsbilder, die irritieren. Der Fotograf möchte sein Publikum dazu anregen, über technischen Wandel, Zuverlässigkeit und den Kunstcharakter der Fotografie nachzudenken. In einer Vitrine liegen Skizzen: «Dieser unfertige Moment – so könnte man das nennen – darauf möchte ich hinweisen.»

SKD bieten jungen Künstlern viele Bühnen

«Akzent - Mind the Gap!» ist nicht die einzige Bühne, die die SKD jungen Künstlern bieten. Das Archiv der Avantgarden kooperiert mit der Palucca Hochschule für Tanz. Das The Artists Advocat Stipendium wurde gemeinsam mit der Hochschule für Bildende Künste entwickelt und soll die Zusammenarbeit beider Institutionen stärken. Studierende der HfBK im Fach Restaurierung sind regelmäßig in Forschungsprojekte der SKD eingebunden. 

Außerdem gibt es eine Kooperation mit der Musikhochschule Dresden. Und nicht zuletzt trägt der freie Eintritt für Kunststunden aus ganz Sachsen in den Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden dazu bei, dass junge Menschen von alten Schätzen profitieren können.

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